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Organspende: Sachsen-Anhalts Sozialministerin für Widerspruchslösung

Vor dem Hintergrund der ständig sinkenden Zahl von Organspendern hat Sachsen-Anhalts Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) ein Umdenken in der Politik gefordert. "Der starke Rückgang der Spenderzahlen in Sachsen-Anhalt und vielen weiteren Bundesländern macht mich betroffen", sagte sie der "Mitteldeutschen Zeitung" (Montagsausgabe). Die Zahl müsse wieder steigen.

Dabei sei jeder Einzelne gefordert. Nötig seien aber auch rechtliche Weichenstellungen. Vor diesem Hintergrund begrüßt sie es, dass sich im Entwurf des Koalitionsvertrages die Arbeit der Transplantationsbeauftragen in Kliniken angesprochen wird. Es werde nun "eine verbindliche Freistellungsregelung für Transplantationsbeauftragte und deren Finanzierung festgelegt", sagte Grimm-Benne. "Das heißt, dass entsprechende Klinikmitarbeiter von anderen Aufgaben entbunden werden können", fügte sie hinzu. "Im Übrigen halte ich, wie auch die Bundesärztekammer, eine Widerspruchslösung für durchaus zweckdienlich", so die Ministerin. Damit könne die persönliche Auseinandersetzung jedes Einzelnen mit diesem Thema gefördert werden. Ein entsprechender Vorstoß sei aber nur sinnvoll, wenn sich auf Bundesebene eine Mehrheit finden ließe. Die Zahl der Organspende in Deutschland hatte 2017 mit 797 den tiefsten Stand seit 20 Jahren erreicht. Im Vergleich zum Vorjahr waren es 60 weniger. Der Bundestrend zeigt sich auch in der DSO-Region Ost, zu der Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen gehören. Hier sank die Zahl der Organspender von 121 (2016) auf 96.

Meldung vom 12.02.2018

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