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Türkische Gemeinde verlangt nach NSU-Urteil weitere Aufklärung

Die Türkische Gemeinde in Deutschland hat das Urteil gegen Mitglieder der rechtsextremen Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) begrüßt, gleichzeitig aber weitere Aufklärung gefordert. "Angela Merkel und viele andere haben den Opfern eine lückenlose Aufklärung versprochen. Dieses Versprechen wurde gebrochen", sagte der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Gökay Sofuoglu, am Mittwoch.

Er kritisiert die Strategie der Bundesanwaltschaft. Diese habe sich "entgegen aller Erkenntnisse aus den parlamentarischen Untersuchungsausschüssen und den zahlreichen Recherchen auf die bloße Behauptung einer isolierten 'Trio'–Einzeltäter -These versteift". Mit dieser Strategie sei es der Bundesanwaltschaft wohl darum gegangen, "die ideologische und strukturelle Einbettung des NSU in ein organisiertes rechtes Netzwerk, das staatliche Mitverschulden und den institutionellen Rassismus in Sicherheitsbehörden zu verschweigen", so Sofuoglu. Im NSU-Prozess war die Hauptangeklagte Beate Z. am Mittwochvormittag zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Sie wurde unter anderem des zehnfachen Mordes schuldig gesprochen. Die Richter stellten zudem die besondere Schwere der Schuld fest. Insgesamt waren in dem Gerichtsverfahren fünf Personen angeklagt, an den Taten des NSU beteiligt gewesen zu sein, darunter neun Morde an Migranten, ein Polizistenmord, zwei Sprengstoffanschläge und 15 Raubüberfälle. Der Prozess war im Mai 2013 gestartet worden.

Meldung vom 11.07.2018

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