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Generalinspekteur gegen Wiedereinführung der Wehrpflicht

Der neue Generalinspekteur der Bundeswehr, Eberhard Zorn, hält eine kurzfristige Wiedereinführung der Wehrpflicht für "definitiv nicht möglich". Dem ARD-Hauptstadtstudio sagte Zorn, die Wiedereinführung der Wehrpflicht würde Kosten verursachen, die die Bundeswehr im Modernisierungsprozess zurückwerfen könnten. "Wir brauchen Geld, um uns zu modernisieren. Und sobald ich den Wehrdienst wieder einführen würde, muss ich das woanders abzweigen. Das heißt, es würde mich bremsen in meiner Auftragserfüllung und es würde mich zurückwerfen in der Investition."

Zudem, so Zorn, fehlten die Infrastruktur in den Kasernen und der Bedarf: "Die Wehrpflicht bringt mir Mannschaftsdienstgrade, also die untersten Ränge, in die Armee hinein. In diesem Bereich habe ich heute keinen Bedarf. Meine Mannschaftdienstgrade sind durch die Bank alle besetzt mit einer Durchschnittsdienstzeit von10 bis 12 Jahren. Somit habe ich eigentlich keinen Bedarf an Wehrpflichtigen der alten Art." Der Generalinspekteur sieht darüber hinaus in den Kasernen keine Möglichkeit mehr, Wehrpflichtige unter zu bringen. "Die berühmten 6 bis 8 Mann Stuben sind in der Fläche überwiegend weg. Wir bauen zur Zeit die Kasernen um, damit wir einer freiwilligen Berufsarmee vernünftige Unterkünfte anbieten können", so Zorn. Dennoch begrüße er die aktuelle Debatte, sagte Zorn. "Es wird uns ja immer zugerufen, dass wir in Deutschland eine sicherheitspolitische Debatte brauchen. Da sehe ich die Debatte um die Dienstpflicht als einen Teil davon. Insofern finde ich das grundsätzlich gut, dass man sich mit dem Thema nochmal auseinandersetzt." Generalinspekteur Zorn zum 2 Prozent Ziel der NATO Zorn warb dafür, den Verteidigungshaushalt langfristig auf das in der NATO verabredete Ziel von 2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts an zu heben. Er verwies auf die notwendigen Investitionen in Ausrüstung, Infrastruktur und die Modernisierung der Rüstung. " 2 Prozent halte ich für ein zweckmäßiges Ziel", sagte Zorn. Man müsse aber genau hinschauen, dass man das Geld auch ausgeben könne. "Man muss dann auch immer die Zielvorgabe an die Realität anbinden. Und man muss sie vor allem anbinden an die Produktionskapazitäten unserer Industrie. Denn da können sie noch so viel Geld haben. Das muss auch dort erst mal umgesetzt werden." Die Planungen bis 2023 lägen auf dem Tisch, sagte Zorn. "Das was wir dort brauchen, das werden wir, wenn die Finanzlinien weiter so wachsen, dann auch tatsächlich umsetzen können."

Meldung vom 18.08.2018

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