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Ex-Grünen-Spitzenpolitiker Volmer unterstützt Sammlungsbewegung

Der ehemalige Staatsminister im Auswärtigen Amt und frühere Grünen-Spitzenpolitiker Ludger Volmer will mit seiner Unterstützung der von Linksfraktionschefin Sahra Wagenknecht und ihren Mann Oskar Lafontaine initiierten Sammlungsbewegung "Aufstehen" gegenseitige Sperren bei Grünen, Linken und SPD durchbrechen. "Ich bin beiden dankbar, dass sie Kraft und Ressourcen aufbringen, um ein solches Projekt anzuschieben", sagte Volmer dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Montagsausgaben). "Rot-Grün-Rot hat die gemeinsame Mehrheit verspielt, auch wegen Blockaden in allen drei Parteien. Heute sind sie in der Defensive gegenüber rechten Parteien. Da braucht es neue Impulse", sagte der heutige Publizist und Politikberater.

"Es geht um eine Stärkung der Linken insgesamt, damit ein gesellschaftliches Gegengewicht zu CSU und AfD entsteht. Wir sind eine überparteiliche Bewegung und wollen in die Gesellschaft und in die 'linken' Parteien hineinwirken. Heute macht die politische Mitte von CDU, Rest-SPD und Grünen Kompromisse mit Rechten. Wir arbeiten an einer linken Mehrheit." Volmer übte scharfe Kritik an der gegenwärtigen Politik der Grünen. "Den Grünen heute geht es nicht mehr um die Bekämpfung struktureller Armut, sondern um die Verschönerung des bürgerlichen Lebens. Sie drohen, zur Zweitpartei von Angela Merkel zu werden. Schön für einkommensstarke Mittelschichten, uninteressant für alle, die von Abstiegsängsten oder echter Not geplagt werden", sagte Volmer dem RND. "Wir brauchen wieder eine antikapitalistische Linke, die eine 'ganzheitliche Sicht' auf die Ausbeutung von Mensch und Natur hat. Ohne Strategie gegen den Turbokapitalismus gibt es keine wirkliche Ökologie." Volmer warf den Grünen auch vor, mitverantwortlich für den Rechtsruck in der Gesellschaft zu sein: "Es ist wie in den 1970er Jahren, als die Parteien sich von den Nöten und Wünschen der Menschen abkoppelten. Damals entstanden daraus die Grünen. Heute wenden sich die Leute nach rechts – auch weil die Grünen kein Gespür mehr für die alltäglichen Sorgen haben."

Meldung vom 19.08.2018

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