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Jan Böhmermann erlebte Affäre um "Schmähgedicht" als beängstigend
Foto: ZDF

Moderator und Entertainer Jan Böhmermann hat die Affäre um sein "Schmähgedicht" auf den türkischen Präsidenten Recep Erdogan als "einigermaßen beängstigend" erlebt. "Ich weiß, was ich auslösen kann, und gehe mit diesem Wissen etwas bewusster um", sagte er dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Donnerstagsausgaben). "Aber es ist nicht so, dass da jetzt die Angst mitfährt", so der Moderator weiter.

Beeindruckender als die Bedrohung selbst sei das Gefühl gewesen, "dass du auf einmal für eine begrenzte Zeit im Mittelpunkt von allem stehst, und zwar so richtig. Auf allen Ebenen. Diese enorme Aufmerksamkeit war eine extreme Grenzerfahrung. Das hat mich nachhaltig beeindruckt", so Böhmermann. Beruflich sei er aber nicht vorsichtiger geworden. "Was ich gelernt habe, ist: Wenn du im Mittelpunkt eines solchen Sturmes stehst, ist das einzige, was dir hilft, Solidarität", so der Entertainer. Im Januar geht Böhmermann mit dem Rundfunk-Tanzorchester Ehrenfeld auf eine Live-Tour durch 14 Städte. In einem satirischen Gedicht mit provokanten Beleidigungen hatte Böhmermann im März 2016 in seiner Sendung "Neo Magazin Royale" den Unterschied zwischen Schmähung und Kritik satirisch aufbereitet. Erdogan hatte ihn daraufhin verklagt, unter anderem wegen "Majestätsbeleidigung". Der Paragraph wurde 2017 abgeschafft. Das Hamburger Oberlandesgericht urteilte im Mai: 18 von 24 Zeilen des Gedichts dürften wegen "Ehrverletzung" nicht wiederholt werden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Meldung vom 29.11.2018


Foto: ZDF, über dts Nachrichtenagentur

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