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Haseloff kritisiert Kühnert scharf

Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (CDU), hat Juso-Chef Kevin Kühnert wegen dessen Kollektivierungsideen scharf kritisiert. "Solche Ideen zeugen von einer großen Geschichtsunkenntnis, gerade auch der jüngeren deutschen Vergangenheit", sagte Haseloff der "Welt" (Samstagsausgabe). Kühnert habe sich offenbar nie ernsthaft mit der DDR-Wirtschaft auseinandergesetzt.

"Die Kollektivierung von Betrieben in der DDR habe das Land trotz Hunderttausender gut ausgebildeter Arbeiter und Ingenieurinnen und Ingenieure in eine ökonomische Katastrophe geführt", so der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt weiter. Die DDR habe 1989 kurz vor dem Bankrott gestanden, "das hat sogar der Vorsitzende der Staatlichen Plankommission und Mitglied des Politbüros der SED, Gerhard Schürer, festgestellt", so der CDU-Politiker. Auch 30 Jahre nach dem Mauerfall sei die Grenze der DDR noch sichtbar. "Wenn es um Vermögen, Einkommen, Entlohnung und Besitzverhältnisse geht, um strukturschwache Regionen und Wirtschaftskraft, gibt es immer noch einen tiefen Graben zwischen Ost und West", sagte Haseloff. In manchen Regionen fehle im Osten eine ganze Generation, die in den schwierigen 90er-Jahren gen Westen abgewandert sei. Die politischen Prioritäten im Osten seien deshalb anders als im Westen. "Wir haben sehr viel erreicht. Aber im Gegensatz zu den meisten meiner Ministerpräsidentenkollegen im Westen kann ich keine Sahnehäubchen verteilen", so der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt weiter. Dass Kühnert nun solche Ideen aus der marxistischen Mottenkiste hole, zeige vor allem, dass man den sozialistischen Legendenbildungen viel stärker entgegentreten müsse. "Viele junge Leute haben die DDR-Mangelwirtschaft nicht persönlich erlebt und fallen auf solche Märchen herein", sagte Haseloff der "Welt". Da sei politische Bildung gefragt.

Meldung vom 03.05.2019

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