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Sachsen-Anhalt: Bedürftige Familien nutzen Teilhabepaket kaum

Nur ein Bruchteil der einkommensschwachen Familien in Sachsen-Anhalt nutzt die Finanzhilfen der Bundesregierung für mehr gesellschaftliche Teilhabe. Die Gründe dafür sehen Sozialpolitiker in Informationslücken bei der Bevölkerung und der Komplexität der Anträge, berichtet die "Mitteldeutsche Zeitung" (Mittwochsausgabe). Grüne und Linke fordern deshalb einen Systemwechsel.

Sie wollen eine pauschale Grundsicherung für alle Kinder statt den jetzigen Einzelzahlungen auf Antrag. "Der Versuch, Kinderarmut über einzeln zu beantragende Leistungen zu reduzieren, ist gescheitert", sagte Sachsen-Anhalts Grünen-Fraktionschefin Cornelia Lüddemann der Zeitung. Hintergrund sind neue Zahlen zum Teilhabepaket der Bundesregierung, welches staatliche Zuschüsse für Vereinsmitgliedschaften, Musikunterricht oder Ausflüge enthält. In Sachsen-Anhalt kommen die Zuschüsse nur bei jedem zehnten Kind an, welches Anspruch hätte. Damit gehen neun von zehn anspruchsberechtigten Kindern leer aus. Das hatte der Paritätische Gesamtverband für Kinder in Sachsen-Anhalt zwischen sechs und 15 Jahren ermittelt. Sie alle leben in Familien, die Hartz IV beziehen. Das Landessozialministerium teilte der Zeitung mit, die Zahlen seien nur bedingt aussagekräftig und lediglich ein Ausschnitt. CDU-Sozialpolitiker Tobias Krull sagte mit Blick auf die geringen Abrufzahlen bedürftiger Familien: "Eine intensivere Informationspolitik ist augenscheinlich erforderlich."

Meldung vom 09.10.2019


Foto: über dts Nachrichtenagentur

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