Die beiden Festsäle im Nordflügel des Dresdner Residenzschlosses, der Propositionssaal und der Große Ballsaal, sind nach aufwendiger Rekonstruktion wiederhergestellt und feierlich übergeben worden. Das teilte das Sächsische Staatsministerium der Finanzen am Freitag mit.
Finanzminister Christian Piwarz (CDU) übergab den symbolischen Schlüssel an Bernd Ebert, Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.
Die Säle, die 1945 zerstört worden waren und jahrzehntelang als Ruine oder Provisorium dienten, werden ab April 2026 für Besucher zugänglich sein und den zentralen Schauplatz einer neuen Dauerausstellung zur barocken Festkultur bilden.
Die Wiederherstellung der Säle orientierte sich am historischen Umbau des 19. Jahrhunderts unter Hofbaumeister Otto von Wolframsdorff. Auf eine Rekonstruktion der einstigen Vergoldungen und monumentaler Gemälde wurde bewusst verzichtet.
Stattdessen verbinden die Räume historische Architektur, restaurierte Fragmente und neue Handwerksarbeiten. Der Propositionssaal, einst Ort der ersten sächsischen Verfassungsübergabe, erhielt seine hölzerne Kassettendecke zurück.
Vom Großen Ballsaal waren nach 1945 nur Außenwände und einige stark verwitterte Originalteile erhalten geblieben, die nun akribisch gesichert und in den Neubestand integriert wurden.
Insgesamt flossen rund 21 Millionen Euro in die Rekonstruktion, davon 4,6 Millionen Euro vom Bund. Bis zur geplanten Fertigstellung aller Bereiche des Residenzschlosses im Jahr 2027 investieren Freistaat und Bund voraussichtlich rund 407 Millionen Euro.
In den wiederhergestellten Sälen wird ab Frühjahr 2026 die Dauerausstellung ‚Masken und Kronen. Festkultur und Machtrepräsentation am Dresdner Hof‘ zu sehen sein, die unter anderem den einzigen erhaltenen barocken Kurfürstenhut zeigt.
Foto: via dts Nachrichtenagentur

