Steinbrück fordert Renovierung des Staats-Maschinenraums

Der frühere SPD-Bundesfinanzminister und Mitgründer der Initiative für einen handlungsfähigen Staat, Peer Steinbrück (SPD), hat die Bundespolitik dazu aufgerufen, den Maschinenraum des Landes zu renovieren.

„Wir stehen vor immensen Herausforderungen – durch den Kollaps der europäischen Sicherheitsarchitektur, das gestörte Verhältnis zu den USA, den wirtschaftlichen Druck aus China“, sagte er der „Rheinischen Post“ (Samstagsausgabe). „Und zugleich hat Deutschland 15 Jahre lang wichtige Hausaufgaben nicht gemacht.“

Die von Steinbrück mit ins Leben gerufene Initiative hatte Vorschläge zur Staatsmodernisierung gemacht, die von Bund und Ländern in Teilen aufgegriffen wurden. Doch bei der Umsetzung rechnen sowohl Steinbrück, als auch der Chef der NRW-Staatskanzlei, Nathanael Liminski mit Widerständen.

Liminski sagte der „Rheinischen Post“, dass Staatsmodernisierung nur so lange beliebt sei, wie sie abstrakt bleibe. „Kompliziert wird es, wenn es konkret wird. Natürlich wird jetzt wieder die eine oder andere Fachbruderschaft versuchen, Zugeständnisse aus den Verhandlungen wieder zurückzudrehen.“ Liminski baut aber darauf, dass man mit einem engen Monitoring der Steuerungsgruppe von fünf Ländern mit der Bundesregierung sicherstellen werde, dass die gesetzten Zielmarken bis Ende 2027 tatsächlich erreicht werden.

Als bremsendes Element bei den Staatsreformen machte Steinbrück nicht etwa Lobbygruppen aus: „Diejenigen, die Lehmschichten drauflegen, finden Sie eher in den Reihen von Politik und Verwaltung. Trotz der Bemühungen von Bundesminister Wildberger waren es einige Bundesministerien, die auf der Bremse standen.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

  • Related Posts

    VDA-Präsidentin Müller fordert von Merz Marktöffnung in China und warnt vor Handelskonflikt

    Die deutsche Autoindustrie erwartet, dass Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bei seiner anstehenden China-Reise Marktliberalisierungen einfordert. „Die deutsche Seite muss detailliert darstellen, an welchen Stellen China wettbewerbsverzerrend arbeitet“, sagte Hildegard Müller,…

    Energiekosten 2026: Haushalte zahlen 21 Prozent mehr als vor Ukraine-Krieg

    Vier Jahre nach Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine müssen Haushalte für Energie noch immer etwa 21 Prozent mehr ausgeben als im Vorkriegsjahr. Das geht aus einer Analyse des…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert