DRK-Präsident Gröhe kritisiert Kürzungen bei humanitärer Hilfe als Bruch des Koalitionsvertrags

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) kritisiert die Kürzungen der Bundesregierung bei humanitärer Hilfe scharf. „Das macht mich wirklich fassungslos, ist kurzsichtig und falsch – und ein klarer Bruch des Koalitionsvertrages“, sagte DRK-Präsident Hermann Gröhe dem „Tagesspiegel“. Im Koalitionsvertrag sei eine Stärkung vorgesehen. Tatsächlich sei auf rund eine Milliarde Euro gekürzt worden, nachdem die Hilfe 2024 bei rund zwei Milliarden gelegen habe.

Gröhe sieht einen Zusammenhang mit der Haltung der Bevölkerung angesichts vielfacher Krisen. „Es besteht die Gefahr abzustumpfen“, sagte der DRK-Präsident. „Und es macht mich traurig, wenn ich bei uns höre: Was kümmert ihr euch um den Sudan, helft erst einmal im eigenen Land.“ Dabei arbeite das Deutsche Rote Kreuz vor allem für die Menschen im Inland, von der Kita über den Rettungsdienst bis zur Pflegeeinrichtung.

„Aber wir dürfen doch die 300 Millionen Menschen, häufig sind es Kinder, nicht vergessen, für die humanitäre Hilfe überlebenswichtig ist“, forderte Gröhe. Niemand denke, dass Deutschland alles Leid der Welt allein schultern könne. „Aber die Werte unserer Verfassung nehmen uns in die Pflicht, den Beitrag zu leisten, der unserer Wirtschaftskraft entspricht.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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