Selenskyj warnt in UN-Rede vor Verlust Moldawiens an Russland und fordert EU-Hilfe

Der ukrainische Präsident Wolodomyr Selenskyj hat am Mittwoch in der UN-Generaldebatte vor einem Verlust Moldawiens an Russland gewarnt. „Georgien ist von Russland abhängig. Auch Weißrussland ist seit vielen, vielen Jahren auf dem Weg in die Abhängigkeit von Russland. Europa kann es sich nicht leisten, auch Moldawien zu verlieren“, sagte Selenskyj vor der UN-Generalversammlung in New York.

Für Europa sei die Unterstützung der Stabilität Moldawiens nicht kostspielig. „Aber wenn es nicht geschieht, wird das einen viel höheren Preis haben“, so Selenskyj. „Deshalb muss die EU Moldawien jetzt mit Finanzmitteln und Energieunterstützung helfen, nicht nur mit Worten oder politischen Gesten.“ Man müsse die Menschenrechte und Rechte der Nationen in Regionen schützen, in denen diese Rechte bedroht seien, sagte der Präsident der Ukraine. „Die Charta der Vereinten Nationen und die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte müssen überall gelten.“

Selensky forderte Regeln insbesondere für den Einsatz von sogenannter „Künstlicher Intelligenz“ (KI) in Drohnen. „Wir erleben derzeit das zerstörerischste Wettrüsten in der Geschichte der Menschheit“, sagte er und fragte, ob es ohne Gegenmaßnahmen überhaupt noch einen Ort geben werde, der für Menschen sicher ist.

Selenskyj beklagte, dass internationales Recht nur funktioniere, wenn man mächtige Freunde habe – und selbst das funktioniere nicht ohne Waffen. Weil internationale Institutionen zu schwach seien, dauere der russische Angriffskrieg an. Dabei könnten Sicherheitsgarantien für die Ukraine nach einem Kriegsende seiner Ansicht nach ein neues Mittel für den Frieden werden, so Selenskyj. „Wenn Sicherheitsgarantien für die Ukraine funktionieren, können sie ein Modell für andere werden.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

  • Related Posts

    Sigmar Gabriel: Trump könnte nach den Midterms den Iran angreifen – Europa muss sich wappnen

    Der frühere SPD-Vorsitzende und Bundesaußenminister Sigmar Gabriel befürchtet, dass US-Präsident Donald Trump nach den Zwischenwahlen am Dienstag außenpolitisch noch aggressiver auftritt. „Die Gefahr ist groß, dass er sich sozusagen dann…

    Nach Krawallen: Dobrindt kündigt massive Polizeipräsenz bei weiteren Demonstrationen an

    Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) will linksextreme und migrantische Demonstranten nach den jüngsten Krawallen bei Kundgebungen künftig gezielt in den Blick nehmen. „Wir werden die angekündigten folgenden Demonstrationen mit vergleichbarer massiver…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert