Schwedens Ministerpräsident warnt vor strategischer Ungeduld im Ukrainekrieg und fordert härtere EU-Antwort auf russische Hybridangriffe

Schwedens Ministerpräsident Ulf Kristersson hat vor einer strategischen Ungeduld des Westens im Ukrainekrieg gewarnt und zu einer härteren europäischen Antwort auf russische Hybridangriffe aufgerufen.

„Russland ist nicht schwerer zu lesen als vor dem Überfall. Viele hätten Putin ernster nehmen müssen, gerade in Deutschland. Moskau agitiert direkt und über Stellvertreter, um Unsicherheit zu säen. Im Ukrainekrieg setzt der Kreml auf unsere Ungeduld. Darauf, dass wir sagen: `Man kann diesen Krieg nicht gewinnen.` Oder: `Wir brauchen das Geld fürs Soziale.` Er hofft, die Zeit arbeite für ihn – und dass wir eingefrorene russische Vermögenswerte nicht nutzen“, sagte Kristersson dem „Spiegel“.

Als Konsequenz fordert der Regierungschef eine entschlossene finanzpolitische und sicherheitspolitische Antwort der EU: „Die EU sollte russische Vermögen einfrieren und für die Ukraine einsetzen. Zudem müssen wir russische Desinformation im Blick behalten – sie zielt gerade auf sensible Milieus, etwa die russischsprachige Community. Putin setzt darauf, dass Europas Demokratien ungeduldig werden und auseinanderdriften. Dem dürfen wir nicht nachgeben“, sagte der Konservative, der seit 2022 das Land regiert.

Kristersson lobte den Zusammenhalt Europas und der transatlantischen Partner seit Kriegsbeginn: „Europa und die transatlantische Gemeinschaft stehen zusammen. 26 von 27 EU-Staaten unterstützen die Ukraine.“ Zugleich unterschied er zwischen einem „EU-Minus“ – wegen Ungarns oft abweichender Haltung – und einem „EU-Plus“ aus EU und Partnerstaaten wie Großbritannien, Norwegen und Kanada.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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