CDA lehnt Söders Forderung nach längerer Arbeitszeit ab und fordert Respekt für Arbeitnehmer

Der Arbeitnehmerflügel der CDU lehnt den Vorstoß von CSU-Chef Markus Söder ab, wonach Arbeitnehmer länger arbeiten sollen.

„Wer den Wecker morgens um fünf hört, wer Familie und Schichtdienst unter einen Hut bringen muss, braucht keine Sonntagsreden, sondern Respekt“, sagte Dennis Radtke, Vorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), dem „Handelsblatt“ (Dienstagsausgabe).

Die „Erzählung vom faulen Deutschen“ sei ein „Irrglaube“, fuhr Radtke fort. Er stellte klar, dass in kaum einem anderen Land so produktiv gearbeitet werde wie in Deutschland. Dies geschehe auch in Teilzeit, weil sich Familie und Vollzeitarbeit nicht vereinbaren ließen. „Was früher `Hausfrau` hieß, ist heute berufstätige Mutter, weil es anders gar nicht mehr geht“, sagte Radtke. „Das sollte ein bayerischer Ministerpräsident eigentlich besser wissen.“

CDA-Chef Radtke begrüßt zwar im Grundsatz die Idee, Arbeitszeit zu flexibilisieren, diese dürfe aber nicht zu mehr Belastungen führen. Sie diene dazu, dass die Arbeit zum Leben passe. „Wer Arbeit nur aus der Arbeitgeber-Perspektive denkt, verrät das soziale Fundament unserer Wirtschaft“, griff Radtke den CSU-Chef an. „Auf Parteitagen die Leberkäs-Etage beschwören und dann klingen wie ein Funktionär vom Arbeitgeberverband, ist halt ein Kunststück, das nur Markus Söder gelingt.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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