UNHCR: Ukrainer fliehen vermehrt wegen Angriffen Russlands auf die Energieinfrastruktur

Unter den Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine wächst angesichts der gezielten Angriffe Russlands auf die Energieinfrastruktur und der aktuellen Kältewelle die Zahl derer, die wegen des Mangels an Strom, Heizung oder Wasser fliehen. Das teilte ein Sprecher des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Samstagausgaben) mit.

„In letzter Zeit haben wir keinen Anstieg der Zahl der Menschen festgestellt, die die Ukraine verlassen“, sagte er. „Im Dezember als auch in den ersten Januarwochen sind die grenzüberschreitenden Bewegungen eher zurückgegangen.“

Die Mehrheit der Menschen, die aus der Ukraine geflohen seien, habe dies bereits im Jahr 2022 getan. „Allerdings sehen wir einen höheren Anteil der Menschen, die die Ukraine verlassen und neben der Sicherheitslage auch den Mangel an Strom, Heizung oder Wasser als ausschlaggebende Gründe nennen“, fügte der Sprecher hinzu.

Eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums sagte den Zeitungen, derzeit gebe es „keine Anzeichen einer signifikanten Zunahme der Einreisen von Ukrainern nach Deutschland, die auf die massiv intensivierten Angriffe Russlands gegen die ukrainische Energieinfrastruktur oder die akute Kältewelle zurückzuführen sind.“ Sie erklärte jedoch ebenso wie ein Sprecher des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf), „dass sich ukrainische Staatsbürger 90 Tage visumfrei in der EU aufhalten können, ohne sich zu registrieren“.

Der Bamf-Sprecher sagte dem RND, dass seit September pro Woche 2.000 bis 3.000 Ukrainer kommen. „Manchmal sind es sogar über 4.000.“ Dies habe nicht zuletzt mit dem Umstand zu tun, dass seitdem auch Wehrpflichtige ausreisen dürften.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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