SPD kritisiert Söders Forderung nach längerer Arbeitszeit als falschen Weg

Für die SPD gehen die Forderungen des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) nach einer Stunde mehr Arbeit pro Woche in die falsche Richtung. Sie finde das ehrlich gesagt fragwürdig, den Arbeitnehmern immer zu unterstellen, sie seien faul und würden nichts leisten wollen, sagte die arbeitspolitischen Sprecherin der SPD, Annika Klose, den Sendern RTL und ntv. Und weiter: „Die Deutschen leisten schon jetzt sehr viel. Die wenigsten scheuen sich davor, auch mal eine Stunde mehr zu arbeiten.“

Die Interpretation der SPD-Politikerin ist, dass Söder „grundsätzlich die Arbeitszeit hochzuschrauben“ wolle. Das sei aber gar nicht das Thema des Gesetzgebers. „Das müssen die Sozialpartner, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände, miteinander aushandeln.“ Klose findet die Forderung daher „ein bisschen daneben“.

Es sei im Gegenteil eher so, dass sich viele wünschten, mehr in Vollzeit zu arbeiten, dies aber aufgrund von zum Beispiel Kinderbetreuung häufig nicht könnten. „In Bayern sind die Kosten für Kinderbetreuung exorbitant hoch. Das können sich viele gar nicht leisten und gehen deswegen in Teilzeit“, so die SPD-Politikerin. Klose deutlich: „Auf den Arbeitnehmern rumzuhacken, finde ich unverschämt.“ Söder versuche, vor den Kommunalwahlen in seinem Bundesland von anderen Themen abzulenken.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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