Lebensmittelkontrolle in Deutschland: Über 1.500 Stellen unbesetzt, Kontrollen halbiert

In Deutschland fehlen mehr als 1.500 Lebensmittelkontrolleure.

Nach Angaben des Bundesverbands der Lebensmittelkontrolleure Deutschlands (BVLK) gibt es deshalb weit weniger behördliche Kontrollen als vorgeschrieben. „Aktuell schaffen wir gerade mal die Hälfte der Plankontrollen“, sagte Maik Maschke, Bundesvorsitzender des BVLK, der „Welt am Sonntag“. „Wir können uns daher nur noch auf Überprüfungen in Bereichen mit besonders hohem Risiko konzentrieren.“

Derzeit gibt es bundesweit rund 2.500 Lebensmittelkontrolleure bei etwa 430 kommunalen Überwachungsbehörden. Sie prüfen unter anderem Hygiene, Produkte, Lagerbedingungen, Kennzeichnungen und Rückverfolgbarkeitssysteme bei Lebensmittelherstellern, aber auch in Handwerksbetrieben wie Bäckereien und Metzgereien, im Einzelhandel, auf Wochenmärkten, in der Gastronomie und in Kantinen.

Der BVLK fordert eine bessere personelle Ausstattung, aber auch technische Ressourcen, um die Behörden besser zu vernetzen. Als Gründe für den Personalmangel nannte Verbandschef Maschke neben dem allgemeinen Fachkräftemangel auch eine schlechte Bezahlung und die Sparzwänge der Kommunen. „Ich weiß von Fällen, in denen Lebensmittelkontrolleure zwar ausgebildet, aufgrund knapper Kassen vor Ort aber nicht in den aktiven Dienst übernommen werden“, sagte Maschke.

Die bisherige Reaktion der Politik war anstelle von Personalaufbau eine Reduzierung der Regelkontrollen. Vorgeschrieben seien seit der letzten Reform der Rahmenvorschriften 40 Prozent weniger Kontrollen. Aber selbst diese Vorgaben würden vielerorts nicht erreicht.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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