KfW-Studie: Deutschlands Mittelstand wird wieder innovationsfreudiger, aber langfristiger Rückgang bleibt Problem

Deutschlands Mittelstand zeigt sich wieder etwas innovationsfreudiger. Im Zeitraum zwischen 2022 und 2024 haben 41 Prozent – oder 1,6 Millionen – der mittelständischen Unternehmen innerhalb der vorangegangenen drei Jahre mindestens eine Innovation getätigt, wie eine am Mittwoch veröffentlichte Studie der KfW ergab. Das waren zwei Prozentpunkte mehr als zwischen 2021 bis 2023. Die Ausgaben der Unternehmen für Innovationen lagen 2024 bei 35,4 Milliarden Euro – das waren 1,8 Milliarden Euro mehr als ein Jahr zuvor. Auch preisbereinigt blieb ein Plus von knapp drei Prozent.

Diese leicht positiven Entwicklungen könnten jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Innovationsaktivität des deutschen Mittelstands seit Mitte der 2000er Jahre deutlich zurückgegangen sei, so die KfW. Sie konzentriere sich außerdem auf immer weniger – vor allem größere – Unternehmen. So haben zuletzt 73 Prozent der großen Mittelständler mit mehr als 50 Beschäftigten eine Innovation hervorgebracht. Bei kleinen Unternehmen mit weniger als fünf Beschäftigten waren es nur 37 Prozent. Die großen Unternehmen stehen auch für den Großteil der Innovationsausgaben.

„Dass wieder etwas mehr Unternehmen Innovationen tätigen, ist erfreulich. Es ist mit Blick auf das weiterhin schwierige konjunkturelle Umfeld auch bemerkenswert“, sagte Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW. „Angesichts der Bedeutung des Mittelstands für die deutsche Wirtschaft können wir mit der Innovationstätigkeit der Unternehmen aber nicht zufrieden sein. Diese war in der Vergangenheit schon einmal deutlich höher.“ Die Produktivitätsentwicklung und die Transformationsfähigkeit der deutschen Wirtschaft würden nachhaltig geschwächt, wenn ein immer größerer Anteil von Unternehmen auf die regelmäßige Erneuerung ihrer Produktionsprozesse und ihrer Produktangebote verzichte.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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