Religionswissenschaftlerin warnt vor KI als Ersatzreligion und Gefahr für die Demokratie

Die Heidelberger Religionswissenschaftlerin Inken Prohl sieht in den Zukunftsvisionen von Tech-Eliten zu Künstlicher Intelligenz deutlich religiöse Züge.

Erzählungen von „Superintelligenz“ und „Singularität“ funktionierten wie Heilsversprechen auf Basis nicht überprüfbarer Annahmen, sagte Prohl dem „Mannheimer Morgen“ (Donnerstag). Solche Technik-Heilslehren könnten Risiken ausblenden und blinde Flecken erzeugen – mit möglichen Gefahren für die Demokratie. Religion verschwinde nicht, sondern trete zunehmend in Formen wie KI-Narrativen auf.

Eine Rückkehr zur klassischen Kirchenreligion in Europa erwartet die Heidelberger Religionswissenschaftlerin aktuell nicht. Die großen Kirchen verlören seit Jahren Mitglieder und Einfluss, einzelne Spitzen wie hohe Taufzahlen in einer Osternacht änderten daran nichts, sagte Prohl dem „Mannheimer Morgen“. Religion verschwinde jedoch nicht, sondern trete zunehmend in anderen Formen auf – etwa in politischen Bewegungen, Lebensstilen oder Sinn- und Zukunftserzählungen mit religiösen Strukturen.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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