Die Grünen-Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt kritisiert die Landesregierung für unklare Vorgaben zu Böllerverboten in der Silvesternacht. Der innenpolitische Sprecher Sebastian Striegel sagte am Montag, die Antworten der Regierung auf zwei Kleine Anfragen ließen Kommunen bei der Frage möglicher Amtshaftung im Unklaren, wenn sie trotz erkennbarer Risiken keine Verbotszonen um brandempfindliche Gebäude einrichteten.
Der Abgeordnete forderte mehr Unterstützung für die Kommunen.
„Wer mögliche Amtshaftung erkennt, muss Kommunen auch aktiv auf notwendige Verbotszonen und Vorkehrungen hinweisen“, sagte Striegel. Als Beispiel für notwendige Vorsorge nannte er den Gebäudebrand in Osterwieck in der Silvesternacht, bei dem fehlendes Löschwasser die Bekämpfung erschwert habe.
Solche Risikoanalysen müssten verbessert werden.
Striegel verwies auf die Bilanz der vergangenen Silvesternacht. Demnach gab es vom 15. Dezember 2025 bis 15. Januar 2026 im Land 24 gesundheitlich geschädigte Personen, wovon sich nur drei selbst verletzt hätten.
21 Personen seien durch Dritte zu Schaden gekommen, darunter ein 17-Jähriger, der tödlich verletzt wurde. Zudem seien 95 Sachbeschädigungen, neun Brandstiftungen und 142 Ermittlungsverfahren erfasst worden.
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