FDP-Kandidat Höne fordert klaren Bruch mit Ampel-Zeit für glaubwürdigen Parteineustart

Der Kandidat für den FDP-Bundesvorsitz Henning Höne führt die desolate Lage seiner Partei darauf zurück, dass es seit der Bundestagswahl nicht gelungen sei, einen glaubwürdigen Neustart hinzulegen.

„Es fehlte an Distanz zur Ampel-Zeit, für einen Neustart braucht es einen Bruch“, sagte der nordrhein-westfälische FDP-Landeschef dem „Stern“. Man müsse den Menschen, die früher FDP gewählt haben, zeigen, dass man eine neu aufgestellte FDP sei. „Mein Angebot für den Bundesvorsitz macht diesen Neustart personell sehr deutlich.“

Am Ostersonntag hatte Parteivize Wolfgang Kubicki angekündigt, sich ebenfalls auf dem Parteitag im Mai für den Vorsitz zu bewerben. Höne hält an seiner Kandidatur fest. „Mein Angebot steht unabhängig davon, wer sonst kandidiert“, so der 39-Jährige. Für den Erfolg brauche es verschiedene Perspektiven in der Partei.

„Ich halte nichts davon, jetzt Richtungsentscheidungen herbeizuführen“, sagte Höne. „Wir dürfen nicht auch noch die Partei spalten. Ich stehe für einen statt spalten.“ Der neue Vorsitzende müsse die Partei zusammenführen, die Stärken der unterschiedlichen Schwerpunkte, die es in der Partei gebe, bewusst nutzen.

Die FDP stecke in einer existenzbedrohenden Krise, die tiefer reiche als 2013, als die Partei erstmals den Einzug in den Bundestag verpasst hatte. „Die FDP wird im Moment nicht vermisst“, sagte Höne. „Ich treffe viele, die sagen: Es braucht eure Ideen, es braucht eure Perspektive.“ Die Menschen wollten liberale Politik, nur die Partei wolle im Moment fast keiner. „Die FDP hat eine Lücke zu schließen“, so Höne weiter.

Für den Neustart setzt Höne auch auf einen neuen Kommunikationsstil. „Wir müssen optimistisch und lösungsorientiert sein, unsere Erzählung in den Vordergrund rücken, unsere Alleinstellungsmerkmale Marktwirtschaft, Bürgerrechte, das Leistungsprinzip.“ Aber es brauche auch Mut zur Zuspitzung. „Ich will auf Social Media wieder die führende Rolle erkämpfen, die wir mal hatten.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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