DAX steigt trotz geopolitischer Spannungen und volatiler Märkte

Der Dax hat sich am Freitag nach einem zurückhaltenden Start in den Handelstag bis zum Mittag weiter ins Plus bewegt. Gegen 12:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 24.320 Punkten berechnet, 0,7 Prozent über dem Schlussniveau vom Vortag.

„Die Situation im Nahen Osten bleibt weiterhin fragil“, sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets. „Auch wenn es jetzt auf diplomatischem Wege zu einigen Vereinbarungen kommt, sind wir noch ganz weit von einem Frieden entfernt. Das zeigt sich auch an den Energiemärkten, wo die Ölpreise noch keine Entspannung in der Region signalisieren.“

Für Investoren stelle sich die Situation besonders schwierig dar, weil sie der Performance des Aktienmarktes folgten und deshalb den steigenden Kursen hinterherlaufen müssten. Es gebe viele, die derzeit lieber an den Seitenlinien bleiben würden, aber den Performancedruck im Nacken hätten. Diese fokussierten sich verstärkt auf die großen US-Technologieunternehmen, um die Risiken besser eingrenzen zu können.

„Bei den gestrigen Quartalszahlen von Netflix hat das nicht so gut funktioniert und daher wurden die Aktien nachbörslich um neun Prozent in den Keller geschickt. Besonders sauer aufgestoßen ist den Anlegern die Tatsache, dass einer der Gründer und CEO Reed Hastings das Ruder abgeben wird. Also auch in diesem Segment bleibt es vorerst weiter volatil. Dass die aktuelle Handelszeit nicht einfach zu greifen ist, hatte sich bereits bei den Performancedaten vieler großer Hedgefonds im März aufgezeigt. Diese konnten sich den starken Schwankungen und Unwägbarkeiten in Teilen nicht entziehen und wurden auf dem falschen Fuß erwischt“, sagte Lipkow.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Freitagnachmittag etwas stärker: Ein Euro kostete 1,1794 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8479 Euro zu haben.

Der Goldpreis ließ leicht nach, am Nachmittag wurden für eine Feinunze 4.789 US-Dollar gezahlt (-0,1 Prozent). Das entspricht einem Preis von 130,55 Euro pro Gramm.

Der Ölpreis sank unterdessen stark: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Freitagnachmittag gegen 12 Uhr deutscher Zeit 96,00 US-Dollar, das waren 339 Cent oder 3,4 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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