Bundesregierung kappt Konjunkturprognose

Die Bundesregierung hat ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr wie erwartet deutlich nach unten korrigiert.

Laut der am Mittwoch von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) vorgestellten Frühjahrsprojektion wird für 2026 ein Wachstum von 0,5 Prozent erwartet. Im Jahreswirtschaftsbericht war die Regierung noch von 1,0 Prozent Wachstum ausgegangen. Für das kommende Jahr erwartet das Wirtschaftsministerium derzeit ein Wachstum von 0,9 Prozent. Die Inflationsrate dürfte 2,7 Prozent in diesem und 2,8 Prozent im kommenden Jahr betragen.

Die wirtschaftliche Lage sei ungünstiger als erwartet, da der kriegerische Konflikt im Nahen Osten zu Engpässen und Preisanstiegen bei Energie und Rohstoffen geführt habe, hieß es zur Begründung. Neben dem Iran-Krieg werde der internationale Handel auch von protektionistischen Maßnahmen und Fragmentierung belastet. Die deutsche Exportentwicklung bleibe schwach, auch aufgrund einer verminderten Wettbewerbsfähigkeit. Die Erholung der deutschen Wirtschaft werde vor allem von der Binnennachfrage getragen. Bei steigenden Realeinkommen bleibe der private Konsum trotz der Kaufkraftverluste infolge des Energiepreisschocks eine Stütze der deutschen Wirtschaft. Daneben würden fiskalische Impulse die Bruttoanlageinvestitionen anregen, während Staatsausgaben, besonders in Infrastruktur und Verteidigung, zur gesamtwirtschaftlichen Belebung beitragen.

Die weitere wirtschaftliche Entwicklung hänge wesentlich von den Entwicklungen des Konfliktes im Nahen Osten ab und sei mit erheblichen Ungewissheiten verbunden. Zur Veranschaulichung dieser Unsicherheiten wies das Ministerium neben der Frühjahrsprojektion erstmals auch Szenarien mit Simulationen für eine wirtschaftliche Entwicklung unter alternativen Annahmen der Energiepreisentwicklung aus.

„Die für dieses Jahr erwartete wirtschaftliche Erholung wird einmal mehr durch externe geopolitische Schocks ausgebremst“, sagte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU). Der Krieg im Iran treibe die Preise für Energie und Rohstoffe in die Höhe. „Das belastet die privaten Haushalte und erhöht die Kosten für die deutsche Wirtschaft.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

  • Related Posts

    Arbeitszeitgesetz: Bas knüpft Wechsel von Tages- zur Wochenarbeitszeit an Tarifverträge

    Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) will die Öffnung des Arbeitszeitgesetzes für einen Übergang von der Tages- zur Wochenarbeitszeit an Tarifverträge knüpfen. Das geht aus dem Referentenentwurf zum Arbeitszeitgesetz hervor, aus dem…

    Ifo-Institut prognostiziert 0,8 Prozent BIP-Wachstum für 2026 und 2027 trotz Energiekrise

    Das Ifo-Institut prognostiziert für die deutsche Wirtschaft für dieses Jahr ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,8 Prozent.Für das kommende Jahr erwarten die Konjunkturforscher ebenfalls 0,8 Prozent Wachstum, wie das…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert