Bericht: Bundestagspräsidentin Klöckner von Phishing-Angriff auf Signal betroffen

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) soll Opfer der aktuellen Phishing-Angriffswelle gegen Nutzer des Messengerdienstes Signal geworden sein. Das Signal-Konto der CDU-Politikerin sei von den Angreifern erfolgreich kompromittiert worden, berichtet der „Spiegel“ unter Berufung auf mehrere Quellen.

Klöckner war für den „Spiegel“ zunächst nicht zu erreichen, hieß es. Eine CDU-Sprecherin bestätigte dem Nachrichtenmagazin auf Anfrage, dass eine Chatgruppe mit Präsidiumsmitgliedern der Partei betroffen gewesen sei.

Ein Regierungssprecher bestätigte nur die bereits öffentlich gewordenen Warnungen der Behörden vor der laufenden Kampagne. Zu möglichen Betroffenen und sicherheitsrelevanten Vorgängen mache er grundsätzlich keine Angaben. Auch das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) wollte sich nicht zu dem Sachverhalt äußern.

Klöckner bekleidet nicht nur das zweithöchste Staatsamt, sie ist auch Teil des CDU-Präsidiums. Dessen Mitglieder kommunizierten ebenfalls via Signal-Gruppenchat, hieß es. Ein Mitglied des Chats sei Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Laut „Spiegel“ sollen Mitarbeiter des Bundesamts für Verfassungsschutz den Kanzler in der Sache bereits persönlich aufgesucht und über den Vorgang unterrichtet haben. Eine Untersuchung seines Smartphones habe offenbar keine Auffälligkeiten ergeben.

Erst am Dienstag hatte das BfV die Fraktionsspitzen der im Bundestag vertretenen Parteien und die Partei-Geschäftsstellen erneut eindringlich vor der andauernden Kampagne gewarnt. Laut Sicherheitskreisen sind mittlerweile mindestens 300 Betroffene in Deutschland bekannt.

„Es ist davon auszugehen, dass so zahlreiche Signal-Gruppen im parlamentarischen Raum derzeit von den Angreifern nahezu unbemerkt ausgelesen werden“, hieß es in der 20-seitigen Warnung. „Dem BfV sind bereits zahlreiche hochrangige Betroffenheiten bekannt geworden“, heißt es darin weiter. Angesichts der Art der Angriffe sei „jedoch von einer deutlich höheren Dunkelziffer auszugehen“.

Internationale Nachrichtendienste machen Russland für die seit Monaten andauernde Angriffswelle verantwortlich.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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