Dax klettert leicht ins Plus vor geldpolitischen Events und Iran-Konflikt

Der Dax ist am Dienstag nach einem negativen Start in den Handelstag bis zum Mittag leicht ins Plus geklettert. Gegen 12:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 24.115 Punkten berechnet, 0,1 Prozent über dem Schlussniveau vom Vortag.

„Die Anleger in Frankfurt positionieren sich vor den anstehenden geldpolitischen Events und dem Höhepunkt der Berichtsaison weiter an den Seitenlinien“, sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets. Zudem berge das Ausbleiben von Verhandlungserfolgen zwischen den USA und dem Iran jederzeit das Risiko einer Fortsetzung der militärischen Auseinandersetzung im Nahen Osten.

„Die Rohölpreise spiegeln diese Gefahr wider und notieren bei 110 US-Dollar. Das Inflationsrisiko also bleibt und kann sich urplötzlich und ohne Vorankündigung auch in einem veränderten Zinsausblick der Notenbanken entladen. Noch ist die Hoffnung im Markt, dass die Unternehmen einen Großteil der gestiegenen Kosten zulasten der Margen wegdrücken. Ab einer bestimmten Grenze wird es jedoch auch für die Unternehmen nicht mehr möglich sein, diese Pufferfunktion auszuüben.“

„Laut einer EZB-Umfrage ist die Inflationserwartung bei den Verbrauchern bereits stark gestiegen. Für die kommenden 12 Monate sehen sie Teuerungsraten von vier Prozent entgegen. Zuvor lag diese Einschätzung bei lediglich 2,5 Prozent. Dieser Effekt dürfte sich bereits in einer zurückgehenden Konsumneigung bemerkbar machen.“

Im Dax findet sich RWE auf der Gewinnerliste wieder. „Die Aktie profitiert von einer positiven Analystenstudie vor der Bilanzvorlage. Weniger gefragt und damit am unteren Ende liegen die Aktien von Qiagen und Bayer. Bei Bayer rückt die anstehende Grundsatzentscheidung des höchsten Gerichts in den USA zu den Glyphosat-Klagen in den Fokus und sorgt für Verunsicherung.“ Qiagen musste derweil seine Umsatzprognose deutlich senken.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Dienstagnachmittag schwächer: Ein Euro kostete 1,1691 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8554 Euro zu haben.

Der Goldpreis ließ deutlich nach, am Nachmittag wurden für eine Feinunze 4.613 US-Dollar gezahlt (-1,5 Prozent). Das entspricht einem Preis von 126,85 Euro pro Gramm.

Der Ölpreis stieg unterdessen stark: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Dienstagnachmittag gegen 12 Uhr deutscher Zeit 111,40 US-Dollar, das waren 2,9 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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