AfD-Vize Gottschalk lobt Wärmepumpe und E-Auto

AfD-Vizechef Kay Gottschalk findet überraschend freundliche Worte für Wärmepumpen und E-Autos. „Ich habe seit einem Jahr eine Wärmepumpe, seit vier Jahren eine Photovoltaik-Anlage, eine Batterie als Heimspeicher und ich fahre ein Elektroauto eines deutschen Herstellers, von dem ich wirklich begeistert bin“, sagte Gottschalk der Wochenzeitung „Das Parlament“, die vom Deutschen Bundestag herausgegeben wird (Ausgabe 9. Mai).

Der AfD-Spitzenpolitiker weiter: „Günstiger als mit einer Wärmepumpe lässt sich ein Haus nicht heizen. Es stimmt auch nicht, dass eine Wärmepumpe nur mit einer Fußbodenheizung funktioniert.“

Zugleich sieht der Finanzpolitiker Änderungsbedarf an Teilen der Programmatik seiner Partei. Den 2022 auf einem Parteitag beschlossenen deutschen EU-Austritt („Dexit“) befürworte mittlerweile eine Mehrheit seiner Partei nicht mehr. Allerdings fordert er ein Ende der EU-Agrarsubventionen. „Die Bauern benötigen keine Subventionen“, sagte er.

Auch in der Rentenpolitik sieht er Änderungsbedarf in der eigenen Partei und erklärt: „Unsere Programmatik sieht derzeit zwar noch vor, dass wir das deutsche Rentenniveau an das österreichische angleichen wollen, das bei 70 Prozent liegt, aber auch wir müssen uns hier ehrlich machen. Wir werden viel stärker auf Eigenvorsorge und Kapitaldeckung setzen müssen.“

Denkbar sei, einen Teil des Kindergelds in einen Staatsfonds einzuzahlen, der das Geld am Kapitalmarkt anlege, als ersten Baustein einer kapitalgedeckten Säule. „Auch die Einnahmen aus der Autobahnmaut könnten in einen solchen Fonds fließen“, erklärte Gottschalk.

Zur Frage einer Erhöhung des Renteneintrittsalters sagte er: „Rechtsanwälte, Architekten, Controller, Software-Ingenieure oder Journalisten können länger arbeiten als bis 65, Handwerker vielleicht nicht.“

Weitere Überraschung: In Bezug auf die Jahresbilanz der Großen Koalition findet Gottschalk auch lobende Worte für steuerliche Maßnahmen und nennt die Senkung der Körperschaftssteuer und der Energiesteuer sowie die Erhöhung der Pendlerpauschale. Allerdings gingen diese Maßnahmen jeweils nicht weit genug, so der AfD-Politiker.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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