Dax startet positiv – Arbeitsmarktdaten aus USA entscheiden über Zinspfad

Der Dax ist am Donnerstagmorgen positiv in den Handelstag gestartet. Gegen 9:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 23.840 Punkten berechnet, 0,2 Prozent über dem Schlussniveau vom Vortag.

„Vor den wichtigen Arbeitsmarktdaten aus den USA wird die Handelsspanne im Dax immer enger“, sagte Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets. „Die wegen des Feiertags bereits heute um 14:30 Uhr veröffentlichten Zahlen werden helfen, den Zinspfad der US-Notenbank besser einschätzen zu können. Da bis zur erwarteten Senkung im September noch zwei weitere Berichte anstehen, dürfte eher der Trend als der einzelne Datensatz eine Rolle spielen.“

„Selbst bei sehr schwachen Arbeitsmarktdaten heute Nachmittag könnte die Fed bis September warten, obwohl Jerome Powell einer Senkung im Juli in Sintra keine generelle Absage erteilte. Er will unter keinen Umständen den Eindruck entstehen lassen, dem Drängen des US-Präsidenten nach schnellen Zinssenkungen nachgegeben zu haben.“ Die Unabhängigkeit sei der Notenbank höchstes Gut, und wenn die Datenlage keine eindeutige Sprache spreche, dann könnte ironischerweise Trump am Ende derjenige sein, der eine frühere Zinssenkung verhindere.

„Neben der Geldpolitik geht es auch weiter um die Handelspolitik. Die Anleger setzen auf Lösungen und sind vorsichtig optimistisch. Der Dax fällt nicht stärker, und die Wall Street handelt nahe ihren Rekordhochs. Erst Klarheit über die genaue Ausgestaltung der Verträge zwischen der EU und den USA wird dem Dax einen nachhaltigen Sprung über 24.000 Punkte ermöglichen. Davor überwiegt die Skepsis.“

Mangels belastbarer Details sei eine abschließende Beurteilung des Welthandels zum aktuellen Zeitpunkt nicht möglich. „Bisher hat Trump mit drei wichtigen Handelspartnern Abkommen geschlossen: Vietnam, Großbritannien und China. Es bleiben also 54 Länder übrig, die ab dem 9. Juli hohe reziproke Zölle zahlen müssten, die über den Basiszoll von zehn Prozent hinausgehen. Es bleiben also sieben Tage, an denen pro Tag gut acht Handelsabkommen verkündet werden müssten. Bleibt die US-Regierung weiterhin hinter dieser Taktung zurück, könnte die Geduld der Anleger überstrapaziert werden“, sagte Stanzl.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Donnerstagmorgen etwas stärker: Ein Euro kostete 1,1804 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8472 Euro zu haben.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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