Gesundheitsreform: TK-Chef Baas warnt vor Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze – bis zu 250.000 Wechsel in private Krankenversicherung befürchtet

Vor der Anhörung im Gesundheitsausschuss zur Gesundheitsreform an diesem Montag hat der Chef der Techniker Krankenkasse (TK) vor einer deutlicheren Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze gewarnt.

Der TK-Vorstandsvorsitzende Jens Baas sagte der „Rheinischen Post“ (Montag): „Wenn die Regierung jetzt erneut die Beitragsbemessungsgrenze erhöht, untergräbt sie damit langfristig das Solidarsystem.“ Kurzfristig bringe es zwar Geld, aber viele Gutverdiener würden in die private Krankenversicherung wechseln, das schade den Finanzen der GKV, sagte Baas.

„Wir schätzen, dass schon bei einer Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze auf 6.750 Euro bis zu 250.000 Menschen allein im nächsten Jahr in die private Krankenversicherung wechseln.“ Der Kassenchef warnte vor erheblichen Folgen. „Diese Höchstbeitragszahler und ihre Beiträge fehlen dann dem GKV-System – das führt zu einem Minus allein 2027 von etwa drei Milliarden Euro und perspektivisch muss die Solidargemeinschaft draufzahlen“, sagte Baas.

TK-Angaben zufolge diskutierten die Koalitionsfraktionen derzeit, die Beitragsbemessungsgrenze noch deutlich weiter anzuheben als bereits im Beitragssatzstabilisierungsgesetz von Warken geplant. Im Raum stehen könnte demnach eine Erhöhung für 2027 auf 6.750 Euro pro Monat, das entspricht der Versicherungspflichtgrenze, ab der gesetzlich Versicherte in die Private Krankenversicherung wechseln können. Käme es so, müssten Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils rund 80 Euro mehr pro Monat zahlen, wie die TK errechnet hat.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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