DAK-Studie zur Rentendebatte: Jeder zweite Beschäftigte über 50 plant vorzeitigen Ausstieg aus dem Erwerbsleben

Rund die Hälfte der Beschäftigten in Deutschland plant einen vorzeitigen Ausstieg aus dem Erwerbsleben. Das geht aus einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK hervor, über die der „Tagesspiegel“ berichtet. Demnach wollen 44 Prozent der Befragten vor der Regelaltersgrenze in Rente gehen, 35 Prozent planen, bis zur Regelaltersgrenze zu arbeiten, und neun Prozent sogar darüber hinaus. Bei den über 50-Jährigen sind es sogar 52 Prozent, die vorzeitig aufhören möchten.

Die Umfrageergebnisse werden vor dem Hintergrund der anstehenden Vorschläge der Rentenkommission veröffentlicht, die am Dienstag der Bundesregierung unter anderem das Aus für die Rente mit 63 empfehlen will. Zahlen der DAK legen zudem nahe, dass ein späteres Renteneintrittsalter viele Menschen gesundheitlich überfordern könnte. „Im Alter von 66 Jahren liegt der Krankenstand der Beschäftigten im Schnitt bei elf Prozent – etwa doppelt so hoch wie bei den 50-Jährigen mit 5,8 Prozent“, heißt es im DAK-Gesundheitsreport. Ein Krankenstand von elf Prozent bedeutet, dass an jedem Tag im Durchschnitt elf von 100 Arbeitnehmern krankgeschrieben sind.

DAK-Chef Andreas Storm sagte dem „Tagesspiegel“, die Ergebnisse verdeutlichten den großen Handlungsdruck. Der Schlüssel für ein längeres Erwerbsleben sei ein nachhaltiges betriebliches Gesundheitsmanagement und eine Unternehmenskultur, die die Erfahrung älterer Beschäftigter wertschätzt. Unternehmen könnten es sich vor dem Hintergrund des demografischen Wandels nicht mehr leisten, ältere Beschäftigte und deren Kompetenzen zu verlieren, so Storm weiter.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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