F.A.Z.-Liste: Gewinne der 200 größten deutschen Firmen brechen 2025 um 11,7 Milliarden Euro ein – Volkswagen mit Halbierung des Überschusses

Die Gewinne der größten deutschen Unternehmen sind im Jahr 2025 deutlich gesunken. Der Abschwung und die immer stärkere internationale Konkurrenz sorgen für rote Zahlen in den Bilanzen.

Das berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Dienstagsausgabe) unter Berufung auf ihre jährlich ermittelte Liste der 200 größten Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen. Demnach konnten die Firmen im Jahr 2025 einen so gut wie unveränderten Gesamtumsatz von 3,8 Billionen Euro einnehmen, fast genau so viel wie im Jahr davor. Gleichzeitig verbuchten sie einen deutlichen Gewinnrückgang um 9,8 Prozent. In Summe sanken ihre Jahresüberschüsse um 11,7 Milliarden Euro auf 107,1 Milliarden Euro.

Berücksichtigt werden Firmen mit Sitz in Deutschland, also auch hier ansässige Tochtergesellschaften internationaler Konzerne. Finanzunternehmen wie Banken und Versicherungen enthält die Liste nicht. Deren Größe bemisst sich üblicherweise nicht am Umsatz, sondern an der Bilanzsumme und den Beitragseinnahmen.

Volkswagen, das größte deutsche Unternehmen, konnte 2025 einen nahezu unveränderten Umsatz von knapp 322 Milliarden Euro erzielen. Der Jahresüberschuss ging jedoch laut FAZ-Liste um fast die Hälfte auf 6,9 Milliarden Euro zurück. Das Geschäftsjahr war für VW geprägt von geopolitischen Spannungen, Autozöllen und einem intensiven Wettbewerb.

Besonders verlustreich verlief das Jahr 2025 für die Chemiebranche. Der vom Investmentarm des arabischen Ölkonzerns Adnoc übernommene Kunststoffhersteller Covestro verbuchte einen mit 643 Millionen Euro mehr als doppelt so hohen Fehlbetrag wie im Vorjahr. Eine schwache Nachfrage und ein stärkerer internationaler Konkurrenzkampf drücken die Preise.

Der Rüstungsriese Rheinmetall konnte sein militärisches Geschäft stark steigern und weist einen Umsatzsprung um 30 Prozent aus. Auf der FAZ-Liste bleibt der Umsatz dagegen nahezu unverändert, weil der Vorjahreswert, anders als das Unternehmen es getan hat, nicht um den geplanten Verkauf des zivilen Bereichs bereinigt wurde. Ihre Automobilsparte verkaufen die Düsseldorfer an die Industrieholding Aequita. Auch MTU Aero Engines, Diehl und Rolls-Royce Power Systems, drei weitere Unternehmen mit Geschäftsbereichen in der Rüstung, steigerten ihre Umsätze deutlich.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

  • Related Posts

    Elterngeld-Reform von Prien: Bezugsdauer auf zwölf Monate begrenzt, Vätermonate steigen auf drei

    Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) will die maximale Bezugsdauer des Elterngelds von 14 auf zwölf Monate reduzieren. Das geht aus einem Gesetzentwurf des Bundesfamilienministeriums hervor, über den das Magazin Politico berichtet.„Darüber…

    Bundeshaushalt 2027: Klingbeil verteidigt Rekordverschuldung mit Sicherheitsinvestitionen

    Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat die höhere Neuverschuldung im Haushaltsentwurf 2027 mit einer Notwendigkeit von Investitionen in Rüstung und Sicherheit verteidigt.„Mit der schwarzen Null können wir Deutschland nicht gegen Putin…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert