ZDF-Intendant Himmler zur Ausladung von Danger Dan und Igor Levit: Fehler eingeräumt, aber Kritik an Songtext aufrechterhalten

ZDF-Intendant Norbert Himmler hat Fehler im Zusammenhang mit der Ausladung der Künstler Danger Dan und Igor Levit aus der Satiresendung „Die Anstalt“ eingeräumt.

„Die Kurzfristigkeit der Ausladung müssen wir uns vorwerfen lassen“, sagte Himmler der „Süddeutschen Zeitung“. Zugleich bekräftigte er seine Kritik an dem Liedtext von Danger Dans „Keine Angst“. Nach seiner Einschätzung handele es sich „unzweifelhaft um eine Gebrauchsanweisung zum linken, gewaltbereiten Widerstand, der in `freundlichen Grüßen` an linksextreme, zum Teil rechtskräftig verurteilte Gewalttäter mündet“.

Vorwürfe, der Sender knicke vor rechten politischen Kräften ein, wies Himmler zurück. „Wir treffen unsere Programm-Entscheidungen unabhängig, souverän und gemäß unserer Programm- und Qualitätsrichtlinien“, sagte er. In diesem Fall habe sich herausgestellt, dass ein Auftritt von Danger Dan, in dem mehr als sieben Minuten lang zum organisierten Widerstand gegen Rechts aufgerufen werde und dabei illegale Aktionen und Gewalt denkbare Optionen zu sein schienen, in dieser Form nicht mit den Richtlinien zu vereinbaren sei.

Die hundertste Jubiläumsendung der „Anstalt“ läuft am Dienstagabend im ZDF. Die Entscheidung der Geschäftsleitung des Senders, die Künstler auszuladen, wird dort deutlich kritisiert. Am Donnerstag hatten Danger Dan und Igor Levit die kurzfristige Ausladung auf Instagram bekannt gemacht und kritisiert. Sie sprachen von einem „Eingriff in die Meinungs- und Kunstfreiheit“. Das ZDF hatte erklärt, dass man den Text des Songs „Keine Angst“ als Aufruf zur Gewalt verstehen könnte. Dies sei mit den Programmrichtlinien des öffentlich-rechtlichen Senders nicht vereinbar.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

  • Related Posts

    SPD-Fraktionschef Miersch: IFG-Reform kein „Untergang des Abendlandes“

    SPD-Fraktionschef Matthias Miersch verteidigt die geplante Reform des Informationsfreiheitsgesetzes (IFG).„Wir erleben offenkundigen Missbrauch, gerade auch aus dem Ausland“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende dem Nachrichtenmagazin Focus. Es gehe nicht darum, etwas zu…

    Start-up-Strategie von Ministerin Reiche: DIHK fordert weniger Bürokratie und mehr Tempo für Gründer

    Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) hat die neue Start-up-Strategie von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) begrüßt, mahnt die Bundesregierung jedoch zu einer schnellen Umsetzung.Die Start-up- und Scale-up-Strategie der Bundesregierung setze…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert