CDU-Politiker Bäumler wirft Kanzler Merz Willkür bei Entlassung von Verkehrsminister Schnieder vor

Die Kritik am Umgang von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mit Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) verschärft sich. „Die Abberufung von Verkehrsminister Schnieder erweckt den Eindruck von Willkür“, sagte der Bundesvize der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Christian Bäumler, dem „Handelsblatt“.

„Eine Bundesregierung sollte nicht wie ein Feudalkönigreich geführt werden. Diese Vorgehensweise beschädigt das Vertrauen der Menschen in die Demokratie.“ Mit dem Begriff „Feudalkönigreich“ kritisierte der CDU-Politiker einen aus seiner Sicht autoritären Führungsstil, bei dem Entscheidungen nach persönlichem Ermessen statt nach transparenten demokratischen Verfahren getroffen würden.

Hintergrund ist die gescheiterte Umbesetzung im Verkehrsministerium. Schnieder hatte sich bereits von einzelnen Bundestagsabgeordneten in einer SMS verabschiedet, nachdem ihm Merz mitgeteilt habe, dass er entlassen werde. Doch dazu kam es nicht, da der potenzielle Nachfolger dem Kanzler am Donnerstagabend erst zu-, dann aber wieder abgesagt hatte.

Ein CDU-Bundesvorstandsmitglied, das nicht namentlich genannt werden wollte, erhob ebenfalls schwere Vorwürfe gegen Merz. „Die Kabinettsumbildung ist leider stilbildend für Friedrich Merz. Er agiert als Aufsichtsratschef und senkt den Daumen, wenn ihm die Performance nicht gefällt“, sagte der Politiker dem „Handelsblatt“. Menschliche Aspekte spielten dabei ebenso wenig eine Rolle wie politisches Fingerspitzengefühl. „Der Bundeskanzler übersieht zudem noch: Er ist nicht der Aufsichtsrat der Deutschland AG, sondern der CEO“, so das Bundesvorstandsmitglied. „Die Kopflosigkeit und die handwerkliche Unfähigkeit von Friedrich Merz sind zu einer Bedrohung für die Regierung und das Ansehen der CDU geworden. Die Wahlkämpfer können einem nur noch leidtun. Die Stimmung in der gesamten Partei ist katastrophal.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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