Kulturstaatsminister Weimer plant Initiative gegen Tech-Monopole

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat eine umfassende Initiative angekündigt, um die Macht großer Internet-Plattformen einzuschränken.

„Im Herbst werde ich Vorschläge der Öffentlichkeit vorstellen, die steuerrechtliche, kartellrechtliche und regulatorische Fragen umfassen“, sagte der parteilose Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Ich habe beim Steuerrecht angefangen und eine Initiative für einen Plattform-Soli gestartet. Damit könnten wir Milliarden erzielen, die unser Mediensystem so stärken, dass es nicht weiter von amerikanischen und chinesischen Monopolisten deformiert wird.“

Weimer zeigte sich optimistisch, die Pläne durchsetzen zu können. „Ich war in allen Fraktionen der Mitte – Union, SPD, Grüne – und habe im Bundestag ein klares Meinungsbild für eine Digitalsteuer gewonnen“, sagte er. „Wir haben einen Auftrag aus dem Koalitionsvertrag, packen das jetzt an, und ich bin zuversichtlich, dass wir erfolgreich sein können.“

In der Diskussion um ein Mindestalter für die Nutzung von Social Media äußerte sich Weimer unterdessen zurückhaltend. „Ich begrüße die Initiative von Bildungsministerin Prien, bei unter 16-Jährigen die exzessive Social-Media-Nutzung zu hinterfragen. Aber wir sollten das einbetten in eine größere Strategie“, sagte er. „Wir erleben von Tiktok bis Google die Verheiratung von politischer Macht und medialer Macht“, so Weimer. „Damit können wir uns nicht abfinden.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

  • Related Posts

    SPD-Chefin Bas fordert Ende des Koalitionsstreits und neue Entlastungen für Bürger

    SPD-Chefin Bärbel Bas fordert mehr Kompromissbereitschaft und Geschlossenheit in der Koalition mit der Union. „Was besser werden muss, ist die Abstimmung, eher intern als öffentlich“, sagte Bas dem Nachrichtenmagazin Politico…

    CDU-Politiker Bilger: Koalition muss sofort in Reform-Modus kommen

    Die Union sorgt sich um die Handlungsfähigkeit der schwarz-roten Koalition. Der CDU-Politiker Steffen Bilger sagte dem „Handelsblatt“, Blockade und Schuldzuweisungen, wie man sie in den letzten Tagen von der SPD…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert