Tibetische Exilregierung lehnt Chinas Einmischung in Dalai-Lama-Nachfolge ab

Der Chef der tibetischen Exilregierung, Penpa Tsering, hat Versuche der chinesischen Regierung zurückgewiesen, sich in die Nachfolge des Dalai Lama einzumischen.

„Über die Wiedergeburt des Dalai Lama entscheiden die Tibeter allein“, sagte Tsering „Ippen-Media“. Die Regierung in Peking hatte vor mehreren Jahren ein Gesetz erlassen, welches es der Kommunistischen Partei erlaubt, den Prozess der Auswahl einer Reinkarnation zu kontrollieren. Das hat zu Befürchtungen geführt, es könnte eines Tages zwei Dalai Lamas geben – einen, den das tibetische Volk anerkennt, und einen von Pekings Gnaden. „Wir wissen natürlich, dass sich die Regierung in Peking seit vielen Jahren auf den Tod Seiner Heiligkeit vorbereitet und dass es eines Tages zwei Dalai Lamas geben kann. Peking glaubt, dass es die Tibeter kontrollieren kann, wenn es den Dalai Lama kontrolliert“, so Tsering.

Am Mittwoch hatte der Dalai Lama in einer Videobotschaft verkündet, dass es nach seinem Tod einen Nachfolger des geistlichen Oberhaupts der Tibeter geben werde. In der Vergangenheit hatte er mehrfach erklärt, dass mit ihm die Linie der Dalai Lamas zu Ende gehen könnte. „Das hat uns natürlich sehr besorgt. Viele Tibeter überall auf der Welt haben sich deshalb in den letzten Jahren dafür ausgesprochen, dass es eine Wiedergeburt geben soll“, so Penpa Tsering. Am kommenden Sonntag feiert der Dalai Lama seinen 90. Geburtstag. Trotz seines hohen Alters gehe es ihm „hervorragend“, sagte Tsering. Von einer Knieoperation, der sich der Dalai Lama im vergangenen Jahr in den USA unterzogen hat, erhole sich dieser „zwar nur langsam, aber doch sehr gut“.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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