Kerstin Claus fordert neue Straftatbestände gegen sexuelle Ausbeutung von Jugendlichen

Die Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, Kerstin Claus, spricht sich für neue Straftatbestände zum Schutz Jugendlicher vor sexuellen Übergriffen aus.

Für Kinder bis 13 Jahren sei die Gesetzeslage zwar strafrechtlich klar: „Sexueller Kindesmissbrauch ist ein gesellschaftliches No-Go“, sagte Claus der „Welt“ (Freitagsausgabe). Ab 14 Jahren könnten Jugendliche aber selbst über ihre Sexualkontakte entscheiden. „Sexuelle Kontakte von deutlich älteren Personen zu einem oder einer Jugendlichen sind nicht verboten, solange kein unmittelbares Schutzbefohlenen-Verhältnis besteht“, so Claus.

„Es wäre aber wichtig, die Taten, die auf sexuelle Ausbeutung von jungen Menschen abzielen, strafrechtlich besser zu erfassen.“ Als Beispiel nannte sie die Kontaktaufnahme im klassischen Setting des „Sugar Daddys“ oder gezieltes „Grooming“, der Anbahnung von Übergriffen über das Netz.

Um abzusichern, dass sexuelle Kontakte wirklich einvernehmlich sind, reiche die bisherige Regelung „Nein heißt Nein“ zudem nicht aus. „Aus meiner Sicht müsste man zumindest für Jugendliche das Prinzip `Ja heißt Ja` etablieren. Das heißt, dass es bei sexuellen Kontakten einen eindeutigen Konsens geben muss“, so Claus. „Das würde junge Menschen davon befreien, sich im Fall von nicht einvernehmlichem Sex dafür rechtfertigen zu müssen, nicht eindeutig Nein gesagt zu haben. Häufig liegt hier ja auch eine gewisse Drucksituation vor.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

  • Related Posts

    Erdbeben in Papua-Neuguinea: Stärke 6,4 – bisher keine Schäden gemeldet

    In Papua-Neuguinea hat sich am Sonntag ein Erdbeben mittlerer Stärke ereignet. Geologen gaben zunächst eine Stärke von 6,4 an. Diese Werte werden oft später korrigiert.Das Beben ereignete sich um 19:17…

    Drohnenangriff auf Moskau: Zwei Tote und Ölraffinerie getroffen

    Bei einem nächtlichen ukrainischen Drohnenangriff auf die Region Moskau sind russischen Angaben zufolge mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Die Behörden teilten mit, dass es sich um den „bisher größten…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert