Grüne in Thüringen klagen über Anfeindungen – Bundesspitze zeigt sich betroffen

Ein Brandbrief von Kommunalpolitikern der Grünen in Thüringen, die über massive Anfeindungen im Alltag klagen, sorgt bei der Bundesspitze der Partei für Betroffenheit.

„Die Schilderungen unserer beiden Thüringer Kollegen haben mich sehr bewegt, ich nehme das sehr ernst“, sagte Parteichef Felix Banaszak dem Tagesspiegel. Man sei in engem Austausch mit dem Landesverband in Thüringen und stehe solidarisch an dessen Seite. „Die körperliche und mentale Belastung, die sie schildern, ist Ausdruck einer politischen Realität, die alle Demokratinnen alarmieren muss – und die wir nicht hinnehmen“, sagte der Grünen-Politiker weiter.

Die Bedrohung von Kommunalpolitikerin und ein etwaiger Rückzug sei nicht nur ein Problem für die Grünen. „Es trifft die Demokratie im Kern“, so Banaszak. „Denn wo Ehrenamtliche verstummen, gerät der gesellschaftliche Zusammenhalt ins Wanken.“

Die zwei Thüringer Politiker kritisierten in einem weiteren offenen Brief mit ähnlichem Wortlaut auch den Thüringer Innenminister Georg Maier (SPD). In den acht Jahren seines Wirkens habe sich die Situation in Thüringen nicht verbessert. „Ihr Präventionssystem versagt auf ganzer Linie.“ Auch Banaszak nahm das Innenministerium in die Pflicht. „Dort liegt die Verantwortung, in den betroffenen Kreisen für Sicherheit zu sorgen“, so der Grünen-Vorsitzende.

Banaszak will auf seiner Sommertour kommende Wochenende auch in Thüringen unterwegs sein. „Nicht nur dort, wo Applaus wartet, sondern wo Zweifel, Kritik und Gesprächsbedarf sind“, sagte Banaszak und kündigte an: „Wer hofft, uns einschüchtern oder in die Nische drängen zu können, wird daran scheitern.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

  • Related Posts

    Importpreise im März deutlich gestiegen

    Die Importpreise in Deutschland sind im März um 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen. Das war der stärkste Anstieg seit Februar 2025, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte.…

    SPD-Generalsekretär Klüssendorf: Reichensteuer muss um mindestens zwei Prozentpunkte steigen – Soli-Streichung abgelehnt

    Die SPD erwägt, den Reichensteuersatz früher greifen zu lassen und lehnt eine Abschaffung des Solidaritätszuschlags entschieden ab. „Aus meiner Sicht muss der Reichensteuersatz um mindestens zwei Prozentpunkte erhöht werden und…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert