Sachsen-Anhalt sieht Fortschritte beim Hochwasserschutz, bleibt angesichts zunehmender Extremwetter aber weiter gefordert. Das geht aus einem Umsetzungsbericht zur Landesstrategie „Stabil im Klimawandel“ hervor, den Umweltminister Armin Willingmann (SPD) am Dienstag im Kabinett vorstellte.
Willingmann sagte, dass die vergangenen Flutkatastrophen gezeigt hätten, wie wichtig Deichsanierungen und mehr Überflutungsflächen seien.
„Jeder Euro für den Hochwasserschutz ist ein Beitrag, um Schäden zu vermeiden und Menschenleben zu schützen“, sagte der Minister.
Nach Ministeriumsangaben entsprechen inzwischen 1.045 Kilometer Deiche – rund drei Viertel der Gesamtanlagen – den technischen Standards. Bei weiteren 229 Kilometern bestehe Anpassungsbedarf, 100 Kilometer gelten als nicht standsicher.
Dabei handele es sich oft um Abschnitte, die im Zuge von Rückverlegungen ohnehin zurückgebaut werden sollen.
Von insgesamt 195 geplanten Maßnahmen, darunter 25 Daueraufgaben, sind bislang 25 abgeschlossen. Dazu zählen etwa die Sanierung des Gimritzer Damms in Halle (4,9 Mio. Euro), der erste Bauabschnitt des Hochwasserschutzes Bernburg (4,43 Mio. Euro) sowie die Deichrückverlegung bei Klietznick, durch die rund 2.000 Hektar Retentionsfläche geschaffen wurden.
Weitere 116 Projekte befinden sich in Umsetzung oder Planung.
Neben baulichen Vorhaben setzt das Land auf verbesserte Prognosesysteme. So wurde die Hochwasservorhersagezentrale technisch aufgerüstet, Pegelnetze ausgebaut und Software angepasst.
Zudem investiert Sachsen-Anhalt in Schulungen von Wasserwehren und Deichfachberatern. Mit der Förderrichtlinie „Klima III“ stehen Kommunen zusätzlich 25 Millionen Euro für Maßnahmen gegen Hochwasser und Starkregen zur Verfügung.
Foto: via dts Nachrichtenagentur

