Florian Hahn kritisiert freiwillige Wehrpflicht als unzureichend gegen Bedrohung durch Russland

Florian Hahn (CSU), Staatsminister im Auswärtigen Amt, hat die geplante freiwillige Wehrpflicht als unzureichend kritisiert. „Ich habe große Zweifel, dass das ausreichen wird“, sagte Hahn dem Podcast „Tagesanbruch“ von „T-Online“ mit Blick auf die Gefahr und stetige Aufrüstung durch Russland. „Dafür ist die Zeit zu knapp.“

Die Bundeswehr müsse personell schneller wachsen und Deutschland an Geschwindigkeit zulegen, forderte Hahn. „Deswegen möchte ich mich auf das Experiment `Das probieren wir mal aus` eigentlich nicht verlassen müssen.“ Der Staatsminister ruft auf, die Bedrohung aus Moskau „endlich ernst zu nehmen“. Sie nehme stetig zu.

Mit Blick auf die Frage eines russischen Angriffs auf Nato-Gebiet warnte Hahn, Putin werde „einen Zeitpunkt suchen, wo die Diskrepanz zwischen der eigenen Stärke und der Fähigkeit des Gegners, sich zu wehren, möglichst groß ist“. Daher müsse Europa alles tun, um diese Diskrepanz kleinzuhalten, erklärt er.

Gleichzeitig stellt Hahn mit Sorge fest, dass die „Verteidigungsfähigkeit eher stagniert oder sogar zurückgeht, weil wir in den letzten Jahren massiv Material, Munition, Ersatzteile, Waffensysteme an die Ukraine abgegeben haben, aber nicht in der Lage waren, das, was wir abgegeben haben, tatsächlich wieder nachzubeschaffen“.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

  • Related Posts

    Zupke: Gesetzentwurf für DDR-Zwangsdoping-Opfer noch dieses Jahr nötig

    Die SED-Opferbeauftragte des Bundestags, Evelyn Zupke, fordert eine dauerhafte finanzielle Unterstützung für Opfer des DDR-Zwangsdopings. „Dabei geht es um Menschen, die als Minderjährige vom Staat für den Leistungssport missbraucht wurden…

    Fünf Jahre nach Taliban-Machtübernahme: Menschenrechtler dokumentieren Tausende Fälle öffentlicher Auspeitschungen in Afghanistan

    Fünf Jahre nach der erneuten Machtübernahme der Taliban haben afghanische Menschenrechtler Tausende Fälle öffentlicher Auspeitschungen in Afghanistan dokumentiert.Zwischen dem 22. Februar 2022 und dem 21. April 2026 seien mindestens 2.745…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert