Wirtschaftsweise Grimm fordert weniger Kündigungsschutz nach über 3 Millionen Arbeitslosen

Angesichts der überschrittenen Marke von drei Millionen Arbeitslosen in Deutschland hat die Wirtschaftsweise Veronika Grimm Maßnahmen angemahnt, um die Wirtschaft zu stärken.

„Allem voran gilt es, Regulierung abzubauen und die Marktkräfte stärken. Die Arbeitslosigkeit sinkt natürlich, wenn es wirtschaftlich wieder bergauf geht“, sagte Grimm den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagsausgaben).

Grimm forderte auch Eingriffe in das Arbeitsrecht. „Dazu ist es auch wichtig, auch die Flexibilität der Arbeitsmärkte zu stärken, etwa über einen weniger strikten Kündigungsschutz, wie es zum Beispiel in Dänemark oder anderen europäischen Ländern gehandhabt wird“, so Grimm. Dort sei die Absicherung im Fall von Arbeitslosigkeit sehr gut, aber der Kündigungsschutz sei nicht so stark ausgeprägt, sagte die Ökonomin, die Mitglied im Sachverständigenrat für Wirtschaft (SVR) ist, weiter. Die bereits vereinbarte Erhöhung des Mindestlohns bezeichnete sie in diesem Zusammenhang als „keine gute Idee“. „Wir werden in einem Bereich kommen, wo der Mindestlohn zu mehr Arbeitslosigkeit führt“, so Grimms Meinung.

Dass die Zahl der Arbeitslosen über drei Millionen steige, sei Grimm zufolge länger erwartet worden. Grundsätzlich sei die zentrale Frage jetzt, ob der Regierung die sogenannte Wirtschaftswende gelänge. „Danach sieht es im Moment überhaupt nicht aus. Man redet jetzt schon wieder über neue Schulden, diesmal – im Vorfeld des deutsch-französischen Ministerrats – gemeinsame Schulden auf europäischer Ebene“, erklärte sie.

Die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg hatte am Freitag neue Zahlen zur Arbeitslosigkeit in Deutschland vorgestellt. Die Zahl der Menschen ohne Job war der Veröffentlichung zufolge erstmals seit mehr als zehn Jahren auf über drei Millionen Menschen angestiegen.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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