Unicef-Gesandter vergleicht Situation im Sudan mit Ruanda während des Genozids

Der Sudan-Gesandte des Uno-Kinderhilfswerks Unicef, Sheldon Yett, hat die Situation im Sudan mit Ruanda während des Genozids verglichen. „Ich habe den Völkermord in Ruanda in den Neunzigerjahren miterlebt“, sagte er dem „Spiegel“. Vieles von dem, was in Teilen des Sudans gerade passiere, erinnere ihn daran. „Die Berichte über die Raserei. Die Freude am Töten.“

Seit mehr als zwei Jahren herrscht im Sudan Bürgerkrieg zwischen dem Militär und der Miliz Rapid Support Forces (RSF). Laut Schätzungen sind in dem Konflikt 150.000 Menschen ums Leben gekommen. Anfang November eskalierte die Gewalt erneut, als die RSF die Stadt al-Faschir in Darfur einnahmen konnte und offenbar schwerste Massaker verübte.

„Die Berichte der Überlebenden sind erschütternd: Morde, Erpressung, Vergewaltigungen. Manche zahlen hohe Summen, um zu fliehen. Es herrscht ein völliger Zusammenbruch jeglicher Ordnung“, sagte Yett.

Durch den Krieg ist der Sudan in Teilen von der Außenwelt abgeschnitten. Unicef ist eine der wenigen Organisationen, die noch vor Ort Hilfe leisten.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

  • Related Posts

    Krach kritisiert Auftritte bei Linken-Wahlparty in Neukölln als „unerträglich“

    SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach hat die Auftritte eines Clanchefs sowie eines Vertreters des „Vereinigten Palästinensischen Nationalkomitees“ auf einer Wahlparty der Linken in Berlin-Neukölln scharf kritisiert.Man müsse als Neuköllner Linke wissen, mit…

    Berliner Linke will ohne rote Linien in Sondierungen mit SPD und Grünen gehen

    Die Berliner Linke will nach ihrem Sieg bei der Abgeordnetenhauswahl ohne rote Linien in die anstehenden Sondierungen mit SPD und Grünen gehen. Ihr gehe es stattdessen darum, ihre Inhalte, die…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert