Wehrbeauftragter Otte fordert Musterung als „Service“

In der Debatte um das neue Wehrdienstmodell spricht der Wehrbeauftragte des Bundestages, Henning Otte (CDU), sich für einen positiven Umgang mit der künftigen Musterung aus.

„In Schweden habe ich vor Ort gesehen, wie es gut gelingen kann“, sagte Otte der „Rheinischen Post“ (Mittwochsausgabe). „Dort werden junge Menschen in hellen, freundlichen Räumen von kompetenten Personalexperten auch zu einem persönlichen Beratungsgespräch willkommen geheißen.“ Auch in Deutschland sollte die Musterung als „Service“ angeboten werden – „quasi als kostenfreier staatlicher Fitnesstest“. Denn die körperliche Untersuchung könne auch durchaus ein Beitrag zur öffentlichen Gesundheitsfürsorge sein.

„Statt düstere Bilder von Zwang und Lotteriepech in Kreiswehrersatzämtern zu zeichnen, sollten wir die Chancen in den Blick nehmen“, mahnte der Wehrbeauftragte. Er forderte die Verhandler von Union und SPD zu einer raschen Einigung auf. „Als Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestages ermutige ich die Regierungskoalition, jetzt schnell und gründlich ein verlässliches Modell zu finden. Die Erwartungshaltung in der Truppe und der gesamten Gesellschaft ist groß“, sagte Otte.

„Die Verunsicherung, die aufgetreten war, muss umgemünzt werden in Vertrauen und Verlässlichkeit“, so der Wehrbeauftragte. „Eine Einigung spätestens im Koalitionsausschuss halte ich für zwingend notwendig. Mehr Zeit sollte nicht verstreichen, damit das Gesetz Anfang Dezember vom Bundestag verabschiedet werden kann“, sagte Otte.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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