Razzien gegen kriminelle Firmenbestattungen in Berlin und bundesweit

Bei einer bundesweiten Razzia gegen organisierte Firmenbestattungen haben Polizei und Zoll am 18. November an 29 Standorten Durchsuchungen durchgeführt und zwei Haftbefehle vollstreckt. Wie die Staatsanwaltschaft Berlin am Donnerstag mitteilte, richtet sich das Verfahren gegen 20 Beschuldigte im Alter von 40 bis 73 Jahren, die im Verdacht stehen, insolvente Unternehmen durch Scheingeschäfte vor Gläubigern zu verstecken.

Seit Februar 2025 ermittelt die Berliner Staatsanwaltschaft gemeinsam mit dem Landeskriminalamt gegen einen 61-jährigen Hauptbeschuldigten und sein Netzwerk.

Der Mann soll als Vermittler für sogenannte GmbH-Bestattungen fungiert und insolventen Firmenchefs angeboten haben, ihre Unternehmen ohne Altlasten zu verkaufen. Über Helfer soll er zudem an Scheinadressen den Eindruck eines normalen Geschäftsbetriebs aufrechterhalten haben – seit 2022 sollen so mehr als 400 Firmen bestattet worden sein.

Bei den Durchsuchungen in Berlin und acht weiteren Bundesländern wurden Datenträger und Geschäftsunterlagen sichergestellt. Der mutmaßliche Haupttäter befindet sich in Untersuchungshaft, ebenso ein 51-jähriger polnischer Staatsbürger, der die Bereitstellung von Strohmännern organisiert haben soll.

An den Einsätzen waren rund 150 Beamte aus Berlin, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Hessen, Rheinland-Pfalz, Bayern und dem Zoll beteiligt.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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