Wifo-Chef Felbermayr prognostiziert Stagnation oder Schrumpfung des Welthandels 2026

Nach Einschätzung des Direktors des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung Wifo, Gabriel Felbermayr, ist die handelspolitische Unsicherheit in der Welt mit US-Präsident Donald Trump größer denn je geworden. Für das nächste Jahr erwarte er eine Stagnation oder das Schrumpfen des Welthandels, sagte Felbermayr der Mediengruppe Bayern.

Trump habe die Welt der Außenhändler verändert. „Er hat die handelspolitische Unsicherheit auf nie gesehene Rekordhöhen getrieben.“ Zwar habe sich manches, was angekündigt worden sei, in der Umsetzung als weniger fürchterlich erwiesen, aber die USA hätten sich aus dem regelbasierten Welthandelssystem zurückgezogen. „Und sie treiben mit ihrer Politik auch andere Länder in den Protektionismus, etwa, weil die befürchteten Handelsumlenkungen auch andere Länder in hohe Schutzzölle treiben“, so Felbermayr.

Von einem allgemeinen Bremseffekt der Trump-Politik auf den Welthandel will Felbermayr noch nicht sprechen. Obwohl sich der reale Welthandel 2025 gut entwickelt habe, seien aber „jetzt schon deutlich die Bremsspuren im Handel mit den USA“ zu sehen. Die deutschen Exporte im Oktober 2025 hätten um mehr als acht Prozent unter dem Vorjahreswert gelegen. Auch die US-Importe aus China seien stark gefallen. Doch China habe es bisher geschafft, die Handelsströme auf andere Märkte umzulenken, was den Welthandel stabilisiert habe. „Im nächsten Jahr wird aber im Welthandel eine Stagnation oder leichte Schrumpfung erwartet“, prognostizierte der Wifo-Chef.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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