Handwerk und Industrie fordern Einkommensteuersenkung für Mittelstand

Angesichts der anhaltenden Wirtschaftskrise appelliert das Handwerk an die Bundesregierung, die für 2027 geplante Einkommensteuersenkung auf dieses Jahr vorzuziehen.

„Es ist richtig und dringend notwendig, die Unternehmenssteuerbelastung im Höchststeuerland Deutschland zu senken“, sagte der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Jörg Dittrich, der „Bild“. Doch eine solche Entlastung dürfe sich nicht allein an Kapitalgesellschaften orientieren, sondern müsse die vielen mittelständischen Betriebe erreichen, die investieren, ausbilden und Arbeitsplätze sichern.

„Wenn Entlastung ernst gemeint ist, brauchen auch Mittelstand und Handwerk schon in diesem Jahr ein kraftvolles Entlastungssignal.“ Rund 75 Prozent der Handwerksbetriebe seien Personenunternehmen, sagte Dittrich. Sie zahlten Einkommensteuer. „Wer von niedrigeren Unternehmenssteuern spricht, darf deshalb die Einkommensteuer nicht ausklammern“, so Dittrich. Union und SPD hatten sich Ende August 2025 darauf verständigt, „zur Mitte der Legislaturperiode“ die Einkommensteuer zu senken.

Auch Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander verlangt Steuersenkungen für Unternehmen noch in diesem Jahr. Der jüngste Vorstoß der CSU dazu sei „uneingeschränkt zu begrüßen“, sagte Zander der Zeitung: „Neben Energie, Arbeitskosten und Bürokratie gehört die Steuerlast zu den Standortnachteilen, die Investitionen in Deutschland derzeit unattraktiv machen. Das hat selbst das SPD-geführte Bundesfinanzministerium im vergangenen Jahr bekräftigt.“

Hinzu komme das wichtige Signal des Aufbruchs an die Wirtschaft, „dass die Standortreformen nun wirklich angegangen werden, dass vielleicht das dringend notwendige Frühjahr der Wettbewerbsfähigkeit angebrochen ist – und dass sich das Durchhalten am Standort lohnen kann“, sagte Zander der „Bild“.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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