Laschet hält Bundeswehr-Einsatz in Ukraine nach Waffenstillstand für möglich

Der CDU-Außenpolitiker Armin Laschet hält die Entsendung deutscher Soldaten in die Ukraine für möglich.

„Die Bedingung ist ein Waffenstillstandsabkommen mit Russland, in dem glaubwürdige Sicherheitsgarantien auch der Amerikaner für die Ukraine vereinbart werden“, sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Der Bundeskanzler hat zugesagt, deutsche Soldaten am Rande der Ukraine zu stationieren. Ob die Bundeswehr am Ende drin ist, wird sich aus der Situation ergeben.“

Laschet geht davon aus, dass Russland einer Friedenslösung zustimmen würde. „Ich habe den Eindruck, dass die Amerikaner jeden ihrer Schritte mit Moskau rückkoppeln und einer Gesamtlösung näher sind als öffentlich bekannt. Anders wäre ihr Verhandlungsaufwand kaum zu erklären“, sagte er. „Auch der ukrainische Präsident Selenskyj würde sich nicht so kompromissbereit zeigen, wenn es keine indirekten Signale von der anderen Seite gäbe.“

Laschet forderte direkte Gespräche der Europäer mit Moskau. „Wir sind immer auf das Weiße Haus angewiesen, um Hintergründe über die vertraulichen Gespräche zu erfordern“, kritisierte er. „Es ist eine Selbstentmündigung Europas, wenn man die Trump-Unterhändler Kushner und Witkoff braucht, um im Kanzleramt mit europäischen Regierungschefs und Selenskyj erarbeitete europäische Positionen nach Moskau zu tragen.“ Er halte es für klug, dass der französische Präsident Emmanuel Macron die Gespräche mit Russlands Machthaber Wladimir Putin wieder aufnehmen wolle.

Die Nachfrage, ob auch Kanzler Friedrich Merz (CDU) mit Putin sprechen solle, beantwortete Laschet ausweichend. „Es muss nicht gleich Putin sein“, sagte er. „Die Gespräche könnten – europäisch abgestimmt – mit einem Sondergesandten beginnen.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

  • Related Posts

    US-Börsen uneinheitlich: Dow Jones leicht im Minus, S&P 500 und Nasdaq im Plus

    Die US-Börsen haben sich am Montag uneinheitlich gezeigt. Zu Handelsende in New York wurde der Dow mit 49.168 Punkten berechnet, ein Minus in Höhe von 0,1 Prozent im Vergleich zum…

    Österreichs Wirtschaftsminister lehnt „Übergewinnsteuer“ und Preisdeckel für Mineralölkonzerne ab

    Der österreichische Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) lehnt Preisdeckel und die von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) geforderte „Übergewinnsteuer“ für Mineralölkonzerne ab.„Ich bin ein überzeugter Marktliberaler, ich bin Wirtschaftsminister und nicht Planwirtschaftsminister“,…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert