Integrationskurse in der Krise: Träger klagen über Bürokratie und sinkende Vergütung beim Bamf

Die Träger von Integrationskursen schlagen Alarm. In einem Brandbrief an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf), aus dem die „Frankfurter Rundschau“ zitiert, berichten sie von „Kursabbrüchen, Wartezeiten, Planungsunsicherheit und finanziellen Verlusten für Kursträger“. Diese Hürden entstünden durch „die nicht zeitnahe Bearbeitung von Zulassungsanträgen der Teilnehmenden“.

Vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass das Bamf bereits seit Ende November keine Berechtigungsscheine für die freiwillige Teilnahme an den Kursen mehr ausstellt. Dadurch kommen auch Kurse für andere Teilnehmergruppen nicht zustande, weil es zu wenige Anmeldungen gebe.

Das Schreiben an das Bundesamt wird vom Berufsverband für Integrations- und Berufssprachkurse (BVIB) verbreitet. Unterschrieben wurde es von rund 50 örtlichen Trägern aus zahlreichen Bundesländern, darunter Bildungsanbieter wie die Volkshochschulen, Berlitz, Inlingua und Hartnack-Schule.

Die Träger beklagen, dass sie ohnehin schon unter Druck stünden. Besonders kritisch bewerten sie, dass seit November die Vergütung pro Teilnehmer oder Teilnehmerin sinkt, wenn mehr als 16 Personen einen Kurs absolvieren. „Größere Kursgruppen bedeuten keinen geringeren Aufwand, sondern höhere Anforderungen an Unterrichtsqualität, individuelle Förderung, Dokumentation und Verwaltung“, stellen sie fest. Die aktuelle Vergütungsstruktur stehe damit „in einem Spannungsverhältnis zu den offiziell formulierten Qualitätsansprüchen“.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

  • Related Posts

    DGB-Chefin Fahimi attackiert Sparpläne von Gesundheitsministerin Warken

    Die DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi attackiert das Sparpaket von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU).„Dieser Referentenentwurf aus dem Hause Warken hat eine unverantwortliche Schlagseite zulasten der Versicherten“, sagte Fahimi der „Süddeutschen Zeitung“. Den…

    BYD-Vizechefin kritisiert EU-Local-Content-Quote für E-Autos als schwer umsetzbar

    Die Vizechefin des chinesischen Elektroautoherstellers BYD, Stella Li, hat die geplante Local-Content-Quote der Europäischen Union scharf kritisiert.Die vorgesehene Regelung sei eine „recht verrückte Regulierung“, „schwer umsetzbar“ und werde vielen Unternehmen…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert