Bundesländer wollen Schulschwänzen härter bestrafen und Prävention ausbauen

Sogenannte Schulpflichtverletzungen sollen nach dem Willen der Regierungschefs der 16 Bundesländer konsequenter geahndet werden. Das sieht ein Beschlussvorschlag für die Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) an diesem Donnerstag in Berlin vor, über den die „Welt“ in ihrer Mittwochausgabe berichtet.

Die Initiative dazu kommt aus Hessen. Die Zahl derer, die der Schule unentschuldigt fernbleiben, ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Die Landesregierungschefs sind sich einig, „dass das Recht jedes Kindes und Jugendlichen auf Bildung entschieden durchgesetzt werden muss und Schulpflichtverletzungen konsequent sanktioniert werden sollen“, heißt es nach den Beratungen der Staatskanzleichefs in einer entsprechenden Beschlussvorlage für die Ministerpräsidenten.

Für eine durchgreifende Sanktionierung sollen „entsprechende Regelungen“ geschaffen werden. Man sehe „die Notwendigkeit, die zentralen Ursachen für Schulpflichtverletzungen zu identifizieren und darauf abgestimmt präventive Konzepte zu entwickeln, die Familien entlasten und einem Rückzug aus dem Schulsystem wirksam entgegenwirken“. „Kinder brauchen verlässliche Strukturen im Alltag. Wer die Schule schwänzt, verliert seinen Zugang zu Bildung, Klassenkameraden und staatlichem Schutz“, sagte Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU), der „Welt“. „Die Schulpflicht ist kein unverbindliches Angebot, sondern die Basis für eine erfolgreiche Schulzeit von Kindern und Jugendlichen. Deshalb müssen wir Schulpflichtverletzungen noch konsequenter ahnden und die Ursachen früh bekämpfen.“

Wo Eltern ihrer Verantwortung nicht nachkämen, müsse der Staat handeln – auch mit Sanktionen. „Gleichzeitig wollen wir Familien noch stärker unterstützen, damit Kinder und Jugendliche gar nicht erst aus dem System fallen, sondern ihre Schulzeit als bereichernd, lehrreich und erfüllend empfinden.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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