Arbeitgeberpräsident Dulger fordert Karenztag bei Krankheit und Bund-Finanzierung für Bürgergeld-Gesundheitskosten

Angesichts der Krankenstände in Deutschland spricht sich Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger dafür aus, dass Arbeitnehmer am ersten Krankheitstag keinen Lohn erhalten sollen.

„Die aktuell hohen Krankenstände sind ein echtes Problem“, sagte Dulger dem Nachrichtenportal T-Online. Alles, was „Missbrauch“ bei Krankmeldungen erschwere, sei deshalb „hilfreich“. „Eine Idee wäre die Einführung eines Karenztages, sodass der Arbeitgeber den Lohn im Krankheitsfall erst ab dem zweiten Krankheitstag zahlt“, sagte Dulger. „Der so am Anfang `verlorene` Tag könnte dann hinten drangehängt werden.“

Der Vorteil eines solchen Systems, so Dulger: „Diejenigen, die wirklich krank sind und die lange ausfallen, bekämen dieselben Leistungen wie jetzt. Ein solches Modell würde dazu beitragen, die Zahl sehr kurzfristiger Fehlzeiten weiter zu reduzieren und den Fokus stärker auf tatsächlich notwendige Ausfallzeiten zu lenken.“

Mit Blick auf steigende Sozialbeiträge und Finanzlücken bei den gesetzlichen Krankenkassen forderte Dulger zudem, dass der Bund die Gesundheitskosten der rund fünf Millionen Bürgergeldempfänger vollständig übernehmen sollte. „Wir brauchen endlich eine saubere Finanzierung“, sagte er. Der Bund zahle den Krankenkassen für je Bürgergeldempfänger nur etwa 140 Euro. „Das deckt die tatsächlichen Gesundheitskosten nicht“, so Dulger. „Die fehlenden rund zehn Milliarden Euro tragen heute die Beitragszahler. Würde der Bund seinen Anteil vollständig übernehmen, könnten die Beiträge spürbar sinken.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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