Prien will Ministerium umbenennen: Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen, Jugend und Männer?

Frauenministerin Karin Prien (CDU) will Männer in den Namen ihres Ministeriums aufnehmen. „Ich hätte jedenfalls nichts dagegen, auch Männerministerin zu sein“, sagte die Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitagsausgaben).

Vor 40 Jahren sei es ein Meilenstein gewesen, Frauen in den Namen des Ministeriums aufzunehmen. „Heute geht es auch um die Sichtbarkeit von Männern in ihren besonderen Bedarfslagen. Vielleicht gehören sie daher in den Namen dieses Ministeriums – in jedem Fall will ich mich ihren Belangen auch widmen, da gelingende Gleichstellungspolitik Frauen und Männer adressiert.“

Zurückhaltender äußerte sich Prien auf die Frage, ob der am 8. März stattfindende internationale Frauentag in Gleichstellungstag umbenannt werden sollte. „Das ist ein historisch gewachsener Begriff. Um den zu ändern, müsste ich Mitstreiterinnen und Mitstreiter finden“, sagte sie. „Für mich ist klar, dass wir mehr den Blick auf Männer legen müssen.“

Die Ministerin sagte: „Wir sehen seit einigen Jahren sehr deutlich, dass bestimmte Gruppen von Jungen uns entgleiten – im Analogen wie im Digitalen. Jungs brechen häufiger die Schule ab, erzielen im Schnitt schlechtere Abschlüsse, sind öfter von Förderbedarfen betroffen. In vielen Bildungsetappen liegen junge Frauen inzwischen vorn. Ein Teil der Jungen wächst in Online-Räumen auf, die problematische Botschaften verstärken, alte Rollenmuster neu verpacken.“ Diese Narrative wirkten gerade auf verunsicherte Jungen attraktiv.

Aus verständlichen Gründen habe man sich in den letzten Jahren vor allem mit den Bedürfnissen von Mädchen beschäftigt, sagte Prien. „Jetzt gilt es, den Blick zu weiten. Wir müssen, ohne die Mädchen aus dem Blick zu verlieren, mehr auf die Jungs gucken. Sonst bekommen wir Zustände wie in Großbritannien oder den USA, wo manche bereits von einer verlorenen Männergeneration sprechen – jungen Männern mit geringerer Bildung, schlechteren Aufstiegschancen und wachsender Entfremdung.“

Prien warnte davor, den Frauentag nach dem Vorbild Berlins zum gesetzlichen Feiertag zu machen. „Wir müssen uns Sorgen um die deutsche Wettbewerbsfähigkeit machen. Da brauchen wir keine weiteren Feiertage“, sagte sie. „Den Frauentag können Frauen wie Männer ja dennoch feierlich oder kämpferisch begehen.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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