Insolvenzen in Deutschland steigen im Februar deutlich an – IWH warnt vor weiterem Anstieg

Die Zahl der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften in Deutschland ist im Februar gestiegen. Wie das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) am Dienstag mitteilte, wurden 1.466 Insolvenzen verzeichnet, was einem Anstieg von fünf Prozent im Vergleich zum Januar und zwei Prozent im Vergleich zum Februar 2025 entspricht. Im Vergleich zu den Jahren vor der Corona-Pandemie liegt die Zahl um 58 Prozent höher.

Besonders betroffen waren große Arbeitgeber, was zu erheblichen Einkommens- und Lohnverlusten bei den Beschäftigten führte. Im Februar waren in den größten zehn Prozent der insolventen Unternehmen mehr als 23.000 Arbeitsplätze betroffen, was einem Anstieg von 38 Prozent gegenüber Januar und 22 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht. Auffällig viele Insolvenzen betrafen Krankenhäuser und Gesundheitsdienstleister, darunter das Klinikum Friedrichshafen mit über 1.500 Mitarbeitern.

Das IWH erhebt Frühindikatoren, die dem Insolvenzgeschehen vorauslaufen. Diese stiegen im Februar stark an und erreichten den zweithöchsten Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 2020. Auf Basis dieser Zahlen gehe er davon aus, „dass im März weiterhin hohe Insolvenzzahlen zu erwarten sind“, sagte Steffen Müller, Leiter der IWH-Insolvenzforschung. „Im April und Mai ist ein weiterer Anstieg der Zahlen wahrscheinlich.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

  • Related Posts

    Audi-Chef Döllner bei Trump-Wahlkampf: Bundesregierung äußert sich nicht, Kritik von Betriebsrat und IG Metall wächst

    Die Bundesregierung will den Auftritt von Audi-Chef Gernot Döllner bei einer Wahlkampfveranstaltung des US-Präsidenten nicht öffentlich bewerten. „Wir kommentieren grundsätzlich derartige unternehmerische Entscheidungen nicht“, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille…

    Rosneft-Klage gegen Treuhandverwaltung der deutschen Töchter ruht – Kellner fordert dauerhafte Lösung für PCK Schwedt

    Die Klage des russischen Energiekonzerns Rosneft gegen die unbefristete Treuhandverwaltung der deutschen Rosneft-Tochtergesellschaften wurde pausiert. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Frage des Grünen-Bundestagsabgeordneten Michael Kellner…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert