Stopp des Erweiterungsbaus der Deutschen Nationalbibliothek Leipzig löst Kritik aus

Die Ostbeauftrage der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser (SPD), hat den Stopp des Erweiterungsbaus der Deutschen Nationalbibliothek am Standort Leipzig durch Kulturstaatsminister Wolfram Weimer scharf kritisiert. Es sei „unverständlich, dass der bereits geplante Erweiterungsbau nun gestoppt wurde“, teilte Kaiser am Freitag mit. „Diese Entscheidung sollte noch einmal überdacht werden.“

Der Schutz kultureller Werte sei für sie von großer Bedeutung. „Der Auftrag der Deutschen Nationalbibliothek, Medienwerke zu sammeln, ist dabei eine wichtige Säule“, so Kaiser. Zudem fördere die Nationalbibliothek die Informations- und Meinungsfreiheit und stärke damit die Demokratie.

„Auch vor dem Hintergrund der Diskussion zur Verleihung des Buchhandlungspreises wünsche ich mir, dass die Werte, die Literatur vermittelt, wieder ein stärkeres Gewicht bekommen und das Erbe der Buchstadt Leipzig mehr gewürdigt wird“, sagte die SPD-Politikerin.

Die Deutsche Nationalbibliothek (DNB) ist mit ihren beiden Standorten in Frankfurt (Main) und Leipzig eine der größten Bibliotheken der Welt. Sie sammelt, dokumentiert und archiviert alle Medienwerke in Schrift, Bild und Ton, die seit 1913 in und über Deutschland oder in deutscher Sprache veröffentlicht werden. Alle, die in Deutschland etwas veröffentlichen, sind rechtlich dazu verpflichtet, zwei Exemplare der physischen Medienwerke und ein Exemplar der Online-Publikationen an die DNB abzuliefern. Täglich erreichen die Bibliothek 13.100 Medienwerke, pro Jahr kommen so 6,1 Regalkilometer Magazinbestand hinzu.

Nach den bisherigen Planungen sollte mit einem seit 2018 geplanten Erweiterungsbau Platz für rund 35,5 Millionen Medienwerke geschaffen werden. Bestände aus dem klimatisch nicht geeigneten Altbau sollten dorthin verlagert werden, um sie langfristig zu sichern. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer begründete den Stopp des Baus mit der Haushaltslage des Bundes. Die Nationalbibliothek rechnet damit, dass auch alternative Lösungen zusätzliche Kosten verursachen werden.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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